Saudi-Arabien droht OPEC+ mit drastischen Produktionssteigerungen – Ölpreise unter Druck
Saudi-Arabien hat am Samstag die OPEC+ auf eine harte Linie eingeschworen und seinen überproduzierenden Mitgliedern mit weiteren Produktionssteigerungen gedroht, sollten sie ihre Quoten weiterhin missachten. Dies könnte zu einer drastischen Änderung der bisherigen Produktionspolitik führen, die traditionell darauf abzielte, Ölpreise zu stützen.
Die saudische Führung ließ die Gruppe der Ölförderländer zustimmen, im Juni die Produktion um 411.000 Barrel pro Tag zu erhöhen, um etwaige „Quota-Verweigerer“ wie Kasachstan und den Irak zu bestrafen. Dies markiert bereits die zweite Erhöhung in Folge, nachdem Saudi-Arabien im Mai mit einer ähnlichen Maßnahme den Druck auf die übertretenden Länder erhöhte.
Laut Delegierten, die anonym bleiben wollten, erwägt Saudi-Arabien, die restlichen 2,2 Millionen Barrel, die bislang nicht gefördert wurden, ebenfalls in ähnlichen monatlichen Schüben wieder in den Markt zu bringen. Dies würde den ursprünglichen Plan, die Produktion schrittweise bis 2026 zu erhöhen, erheblich beschleunigen. Die Drohung steht in starkem Kontrast zu den langfristigen Vereinbarungen der OPEC+, die auf eine graduelle Wiederaufnahme der Fördermengen abzielten.
Diese drastische Maßnahme fällt in eine Zeit, in der die Ölpreise auf ein Vierjahrestief von rund 60 US-Dollar pro Barrel gefallen sind, was auf die Folgen des Handelskriegs unter Präsident Donald Trump und die steigende Produktion aus der OPEC+ zurückzuführen ist. Die saudische Strategie zeigt, dass das Königreich bereit ist, noch weiter von den traditionellen Preispolitiken abzuweichen, um eine striktere Disziplin innerhalb der OPEC+ durchzusetzen.
Die drohende Kursänderung könnte eine entscheidende Wende für den Ölmarkt einläuten – insbesondere, da der Kartellführer Saudi-Arabien zunehmend bereit ist, die Preise durch Angebotserhöhungen zu beeinflussen, anstatt sie zu stabilisieren.

