Sartorius: Kurs auf Wachstum in unruhigen Zeiten
Der Göttinger Labor- und Pharmazulieferer Sartorius blickt nach einer Herausforderung infolge des Nach-Corona-Booms optimistisch in die Zukunft. Das Unternehmen plant, im Jahr 2026 an die aktuelle Erholung anzuknüpfen. Besonders die Bioprozesssparte hat im vergangenen Jahr stark zum Unternehmenswachstum beigetragen. Sartorius sieht auch das Potenzial für einen Aufschwung in der kleineren Laborsparte. Doch an der Börse konnte die Aktie ihre anfänglichen Gewinne nicht halten und fiel zuletzt um fast zwei Prozent. Im Jahresverlauf hat sie damit insgesamt knapp sieben Prozent verloren.
Analysten zeigen sich unsicher, denn die Markterwartungen liegen derzeit am oberen Ende des von Sartorius veröffentlichten Ausblicks für 2026. Aus Analystensicht bleibt die Prognose vorsichtig und lässt Spielraum für Überraschungen in diesem Jahr. Laut CEO Michael Grosse habe die Branche noch nicht ihr volles Wachstumspotenzial erreicht, doch die Nachfrage nach biopharmazeutisch hergestellten Medikamenten nehme wieder zu. Dies könnte den Schwung des Life-Science-Markts zusätzlich erhöhen.
Trotz bestehender Unsicherheiten in der globalen Wirtschaft erwartet Sartorius im Jahr 2026 ein währungsbereinigtes Umsatzwachstum von fünf bis neun Prozent. Der Konzern kann die gestiegenen US-Zollkosten effektiv an seine Kunden weitergeben. Die Strategie zeigt sich im Wachstum des Unternehmens, das sich trotz der Herausforderungen erfolgreich anpassen und seine Belegschaft um über 500 neue Stellen erweitern konnte.
Ein Rechtsstreit um die Patente der slowenischen Tochter BIA Separations wirft allerdings einen Schatten auf das aktuelle Geschäftsjahr. Gemeinhin betrachtet CEO Grosse eventuelle finanzielle Belastungen durch den Rechtsstreit als unwahrscheinlich, unabdingbar ist jedoch die Versicherung des damaligen Verkäufers.
Experten sehen langfristig ein Wachstum des Bioprozessmarkts von rund acht bis neun Prozent und Sartorius plant, diese Dynamik zu seinem Vorteil zu nutzen.

