SAP setzt auf beschleunigtes Wachstum und Profitabilität
Europas führender Softwarehersteller SAP hat ambitionierte Pläne, sein Umsatzwachstum im kommenden Jahr weiter anzutreiben und gleichzeitig die Profitabilität zu steigern. Doch Herausforderungen bleiben: Ende letzten Jahres wurden weniger Verträge im Wachstumsbereich der Cloud-Software abgeschlossen als erwartet. Für 2026 prognostiziert SAP zudem eine Verlangsamung des Vertragswachstums im Vergleich zum Vorjahr.
Um die Investoren zu beruhigen, hat das Unternehmen ein neues Aktienrückkaufprogramm im Wert von bis zu 10 Milliarden Euro über zwei Jahre angekündigt. Vorbörslich verlor die SAP-Aktie auf Tradegate drei Prozent gegenüber dem Xetra-Schlusskurs des Vortags. Dies spiegelt die Zurückhaltung vieler Investoren wider, die in den letzten Monaten angesichts des schnellen Aufstiegs von KI-Anwendungen zunehmend vorsichtiger gegenüber Softwarewerten wurden.
Trotz der skeptischen Stimmung bleibt SAP-CEO Christian Klein optimistisch. Der Umsatz soll im Jahr 2026 um 12 bis 13 Prozent steigen, wobei die Cloud-Software allein um bis zu 25 Prozent zulegen soll.
Langsamere Wachstumsraten im Bereich der Cloud-Verträge stellen jedoch eine Herausforderung dar, die bereits 2025 zu beobachten war. Finanzchef Dominik Asam betonte, dass die Wachstumsverlangsamung nicht so stark ausfallen werde wie zuletzt befürchtet. Komplexe Deals und noch nicht einfließende öffentliche Verträge verzögerten das Vertragswachstum im vierten Quartal. Trotzdem sieht SAP eine starke Nachfrage durch die steigende Bedeutung von Datensouveränität.
SAPs Aktienrückkäufe sind teils für das aktienbasierte Mitarbeitendenvergütungssystem vorgesehen, während der Rest den Aktionären zugutekommt. Kritiker bemängeln jedoch, dass solche Rückkäufe Mittel für Investitionen in Produktentwicklung entziehen könnten.
2025 wuchs der SAP-Umsatz dank der Cloud-Software um acht Prozent auf 36,8 Milliarden Euro. Der schwache Dollar drückte auf das Ergebnis und kostete drei Prozentpunkte des Umsatzwachstums. Das operative Ergebnis, unterstützt durch Einsparungen aus einem großen Personalumbau, stieg um 28 Prozent auf 10,4 Milliarden Euro. Der Nettogewinn verdoppelte sich auf 7,5 Milliarden Euro, trotz Rückstellungen für einen Rechtsstreit in den USA mit Teradata.

