Sanofi: Licht und Schatten bei Neurodermitis-Studie - Amlitelimab im Fokus
Sanofi hat mit seinem potenziellen neuen Blockbuster Amlitelimab einen bedeutenden Meilenstein in der klinischen Forschung erreicht. In einer Phase-III-Studie zeigte der innovative Wirkstoff bei Patienten mit mittelschwerer bis schwerer atopischer Dermatitis beeindruckende Ergebnisse. Die begeisternde Nachricht konnte jedoch die Anleger am Aktienmarkt nicht vollständig überzeugen, was am Donnerstag zu einem Kurseinbruch von bis zu zehn Prozent führte. Analysten kritisieren, dass Amlitelimab im Vergleich zu Sanofis derzeitigen Kassenschlager Dupixent schwächer abschnitt.
Dennoch bleibt Sanofis Forschungsleiter Houman Ashrafian optimistisch. Er sieht in Amlitelimab einen Hoffnungsträger für Patienten mit Neurodermitis, zumal es die Anzahl der jährlichen Injektionen im Vergleich zu Dupixent erheblich reduzieren könnte. Die aktuelle Studie namens Coast 1 erreichte alle gesteckten Ziele und zeigte eine deutliche Verbesserung des Hautbildes der Patienten im Vergleich zur Placebogruppe.
Pharmaexperte Richard Vosser von JPMorgan sieht das Studienergebnis allerdings mit gemischten Gefühlen. Er hebt hervor, dass das Potenzial von Amlitelimab trotz erster Erfolge schwer einzuschätzen ist. Dies liegt unter anderem an speziellen Patientengruppen, die auf Standardtherapien kaum ansprechen und die Studie somit beeinflusst haben könnten. Dennoch sieht er Chancen für das Medikament auf dem Markt, nicht zuletzt wegen seiner patientenfreundlichen Verabreichungsweise.
Mit Blick auf die Zukunft muss Sanofi Alternativen zu Dupixent finden, dessen Patentschutz demnächst ausläuft. Der Fortschritt mit Amlitelimab, das auf das Molekül OX40 abzielt, könnte dabei eine zentrale Rolle spielen. Das Unternehmen plant, bis 2026 die Studienergebnisse abzuschließen und hofft auf die weltweite Zulassung des Wirkstoffes. Parallel dazu wird Amlitelimab auch bei anderen Erkrankungen wie Asthma getestet, wobei sich dieses Forschungsprogramm noch in der Anfangsphase befindet.

