Sanfter Stopp: Gunvor zieht sich aus Lukoil-Übernahme zurück
Der Vorstoß des Schweizer Energiehandelsunternehmens Gunvor, das Auslandsgeschäft des russischen Öl-Giganten Lukoil zu kaufen, ist an unerwarteten politischen Barrieren gescheitert. Ein Widerspruch aus den USA erwies sich als entscheidend. Die Regierung Trump machte unmissverständlich klar, dass der Konflikt in der Ukraine sofort enden müsse, wie in einer Mitteilung des US-Finanzministeriums auf dem sozialen Netzwerk X zu lesen war. Eine zentrale Botschaft: Solange der Kreml unverändert seinen Kurs fortführt, wird Gunvor keine Betriebslizenz erhalten.
Die Reaktion von Gunvor ließ nicht lange auf sich warten. Das Unternehmen zog sein Kaufangebot zunächst zurück, erklärte ein Sprecher gegenüber der Nachrichtenplattform 'Politico'. Den Vorwurf einer Nähe zum Kreml wies der Sprecher zugleich entschieden zurück und betonte, dass das US-Finanzministerium einer erheblichen Fehlinformation unterliege. Eine Verbindungen zwischen Gunvor und dem russischen Machtapparat ergebe sich lediglich historisch: Unter den Gründern von Gunvor befand sich einst Gennadi Timtschenko, ein Vertrauter von Wladimir Putin, der seine Anteile jedoch bereits 2014 veräußerte.
Präsident Trump verschärft derweil die Sanktionen gegen die russischen Ölkonzerne Rosneft und Lukoil weiter, um den Druck auf Moskau zu verstärken. Lukoil war unterdessen auf der Suche nach einem Käufer für sein internationales Geschäft, das aus hunderten Tankstellen in etwa 20 Ländern sowie mehreren Raffinerien besteht. Dieser strategische Rückzug ist eine direkte Folge der Sanktionen, da Rosneft und Lukoil bedeutende Akteure im russischen Ölexport darstellen.

