Salesforce enttäuscht mit Umsatzprognose, doch KI-Geschäft zeigt Potenzial

Umsatzprognose sorgt für Enttäuschung
Der US-amerikanische Softwarekonzern Salesforce hat kürzlich einen Ausblick auf den Umsatz für das laufende Quartal veröffentlicht, der bei den Investoren auf Enttäuschung stieß. Trotz der positiven Nachricht, dass das Unternehmen für das Gesamtjahr einen höheren bereinigten Gewinn je Aktie in Aussicht stellt, konnte dies die Sorgen der Anleger nur bedingt zerstreuen. Die Aktie von Salesforce fiel im vorbörslichen Handel um mehr als 2 Prozent.
Druck auf Softwareaktien
Wie viele andere Unternehmen im Softwaresektor sieht sich auch Salesforce in diesem Jahr einem erheblichen Druck auf dem Aktienmarkt ausgesetzt. Seit Jahresbeginn hat der Kurs rund ein Drittel seines Wertes verloren. Die Hauptsorge der Investoren besteht darin, dass die Wettbewerbsfähigkeit von Softwareanbietern durch die zunehmende Verbreitung von KI-Tools gefährdet sein könnte. Ein ähnliches Schicksal erlebte auch SAP, das in diesem Jahr über 25 Prozent an Wert verloren hat, während der Marktwert von Salesforce aktuell bei 145 Milliarden US-Dollar (etwa 125 Milliarden Euro) liegt.
Analystenmeinungen und KI-Herausforderungen
Barclays-Analyst Raimo Lenschow äußerte in einer ersten Analyse Bedenken, dass das positive Ergebnis des ersten Quartals die Sorgen um KI nicht mindern könnte. Obwohl der jährliche wiederkehrende Umsatz im Zusammenhang mit KI bei Salesforce gut wächst, bleibt dieser im Gesamtkontext relativ gering. Die Plattform Slack sowie die KI-Initiativen des Unternehmens zeigen zwar Fortschritte, jedoch bringt die KI auch spürbare Herausforderungen mit sich.
Starkes Wachstum des KI-Tools Agentforce
Ein Lichtblick für Salesforce ist das Wachstum des eigenen KI-Tools Agentforce, dessen Vertragsbestand auf 1,2 Milliarden Dollar an jährlich wiederkehrenden Erlösen anwuchs, nachdem er Ende Februar noch bei 800 Millionen Dollar lag. Die Nutzung von KI-Modellen innerhalb der Salesforce-Plattform hat sich im vergangenen Quartal im Vergleich zum Vorquartal mehr als verdoppelt, was auf ein starkes Interesse und Potenzial hinweist.
Umsatzsteigerung und Erwartungen für das zweite Quartal
Insgesamt konnte Salesforce im ersten Quartal einen Umsatz von 11,1 Milliarden Dollar erzielen, was einem Anstieg von 13 Prozent entspricht. Dieser Umsatz enthält auch 444 Millionen Dollar, die von dem im November übernommenen Daten-Software-Unternehmen Informatica stammen. Der bereinigte Gewinn je Aktie belief sich auf 3,88 Dollar und übertraf damit die Erwartungen der Analysten deutlich.
Ausblick auf das Gesamtjahr
Für das zweite Geschäftsquartal, das Ende Juli endet, rechnet CEO Marc Benioff mit Erlösen zwischen 11,27 und 11,35 Milliarden Dollar. Analysten hatten jedoch höhere Erwartungen, insbesondere am oberen Ende dieser Spanne. Für das Gesamtjahr hat Salesforce seine Prognose für den bereinigten Gewinn je Aktie auf 14,06 bis 14,12 Dollar angehoben, während zuvor nur bis zu 13,19 Dollar in Aussicht gestellt wurden. Finanzchef Robin Washington bestätigte zudem, dass ein beschleunigtes Umsatzwachstum in der zweiten Jahreshälfte zu erwarten sei.

