Sabotage im Visier: Festnahmen wegen Angriff auf Marine-Korvette
In einer aufsehenerregenden Ermittlungsaktion haben Polizeikräfte in Hamburg und Griechenland zwei Männer festgenommen. Der Vorwurf lautet auf versuchte Sabotage eines Kriegsschiffes der deutschen Marine. Konkret soll es sich bei den Verdächtigen um einen 37-jährigen Rumänen und einen 54-jährigen Griechen handeln, die in der Vergangenheit im Hamburger Hafen tätig waren. Schwerpunkt der Ermittlungen ist die Korvette "Köln", wie die Hamburger Generalstaatsanwaltschaft mitteilte.
Den Beschuldigten wird unter anderem zur Last gelegt, über 20 Kilogramm Strahlkies in den Motorblock einer Korvette eingeschleust sowie Frischwasserleitungen manipuliert zu haben. Wären die Taten unentdeckt geblieben, hätte dies erhebliche Beeinträchtigungen und möglicherweise eine Gefährdung der Sicherheit Deutschlands zur Folge gehabt. Die Motive bleiben schleierhaft, doch die Gefahr seitens ausländischer Mächte, insbesondere aus Russland, verleiht den Ermittlungen Brisanz.
In einem weitreichenden europäischen Polizeieinsatz wurden Wohnorte der Tatverdächtigen in Hamburg, Rumänien und Griechenland durchsucht. Die Beweissammlung dauert an, während die Beteiligung und potenziellen Auftraggeber der Männer noch untersucht werden. Zu den Ermittlungen trug maßgeblich die Kooperation der Eurojust, des Landeskriminalamtes Hamburg sowie griechischer und rumänischer Sicherheitsbehörden bei.
Die jüngste Vergangenheit bietet Parallelen: Der Marineinspekteur Jan Christian Kaack berichtete von mehreren Fällen, in denen Sabotageakte an deutschen Marineschiffen verübt wurden. Insbesondere die Korvette "Emden" der Werft Blohm+Voss wurde mutmaßlich Ziel eines solchen Angriffs. Die sicherheitspolitische Lage hat auch den Gesetzgeber mobilisiert, denn gegen sogenannte "Wegwerf-Agenten", die für fremde Mächte agieren, wurden erst kürzlich härtere Strafen eingeführt.
Blohm + Voss, Teil der Bremer Lürssen-Gruppe, versicherte, mit den Behörden umfassend zu kooperieren. Strenge Zutrittskontrollen am Werftgelände sollen das Sicherheitskonzept stärken. Diese Maßnahmen sind Teil eines kontinuierlichen Bemühens, die Einsatzbereitschaft und Sicherheit deutscher Marineschiffe zu gewährleisten.

