Ryanairs Maßnahmen zielen auf striktere Handgepäckkontrolle
Ryanairs neue Strategie, das Handgepäck verstärkt zu kontrollieren, löst bei einigen Branchenteilnehmern Bedenken aus. Joachim Vazquez Bürger, Vorsitzender der deutschen Flugbegleitergewerkschaft Ufo, äußerte, dass die verschärften Kontrollen für Unmut unter den Fluggästen sorgen könnten. Laut Bürger verstärkt es den Stress vor dem Abflug und gefährdet die Harmonie an Bord.
Hintergrund sind Ankündigungen von Ryanair-CEO Michael O'Leary, das Bodenpersonal mit höheren Prämien für die Entdeckung von zu großen oder schweren Handgepäckstücken zu motivieren. Ab November sollen diese Prämien von 1,50 Euro auf 2,50 Euro je entdecktem Gepäckstück steigen und künftig ohne Obergrenze ausbezahlt werden. Passagiere mit übergroßem Gepäck müssen hohe Zusatzgebühren zahlen. Ryanair verteidigt diese Maßnahmen mit dem Ziel, schnellere Prozesse am Flughafen zu gewährleisten.
Gleichzeitig warnt Bürger vor den schärferen Kontrollen: Sie könnten zu einem Anstieg der sogenannten „unruly passengers“ führen, weil Passagiere sich unkooperativ verhalten könnten. Ryanair reagiert auf solche Störer mit hohen Strafen und hat sogar Alkoholverbote an Flughäfen in Betracht gezogen.
Ryanair erlaubt in seinen preiswerten Tarifen lediglich ein kleines Handgepäckstück ohne Zusatzkosten, während das Mitführen von großem Kabinengepäck kostenpflichtig ist. Diese Regelungen stießen auf Kritik seitens von Verbraucherschützern und dem EU-Parlament.
Lufthansa hingegen verzichtet auf die Auszahlung von Prämien an das Bodenpersonal und setzt vielmehr auf die frühzeitige Erkennung und einvernehmliche Lösung von Gepäckproblemen. Easyjet gab bekannt, dass ihr Bodenpersonal nicht direkt bei der Airline angestellt ist.

