Russland wirft Ukraine Verstöße gegen Energie-Moratorium vor
In einer ungewöhnlichen diplomatischen Bewegung plant Russland, sich über mutmaßliche Verstöße der Ukraine gegen ein bilaterales Abkommen zum Stopp von Angriffen auf Energieanlagen zu beschweren. Dies teilte Dmitri Peskow, der Sprecher des Kremls, in Moskau mit. Offiziell endet das 30-tägige Moratorium am kommenden Mittwoch, dem 16. April, wie die russische Nachrichtenagentur Tass berichtet.
Peskow betonte, dass die Ukraine diese Vereinbarung mehrfach gebrochen habe. Ein weiterer Austausch von Informationen und strategischen Einschätzungen mit den USA sei notwendig, meinte Peskow. Die Entscheidung, ob Russland die Teilwaffenruhe über das Ende der Frist hinaus einhalten wird, obliegt laut Peskow dem Präsidenten Wladimir Putin.
Die Ursprungseinlassung kam nach einem Telefonat Putins mit dem US-Präsidenten Donald Trump, wobei Russland zunächst erklärte, sich für die Dauer von 30 Tagen an den Stopp wechselseitiger Angriffe zu halten. Die Ukraine, die sich ebenfalls an die Vereinbarung gebunden fühlt, forderte jedoch konkrete Zeitpläne und klar definierte Ausschlussziele.
Während die Anzahl großflächiger Angriffe auf Energieeinrichtungen zurückging, begleitet von gegenseitigen Vorwürfen beider Seiten, hat sich der Konflikt kaum entspannt. Russische Luftangriffe auf zivilere Ziele in der Ukraine haben seit Anfang April nachgelassen, jedoch nicht aufgehört. Am jüngsten Sonntag erschütterten Raketenvorfälle die Stadt Sumy im Nordosten der Ukraine und kosteten mindestens 34 Zivilisten das Leben.
In der Nacht auf Montag meldete die ukrainische Luftwaffe Schäden durch russische Drohnenangriffe in verschiedenen Regionen, darunter Odessa und Donezk, bei denen auch Verletzte zu beklagen sind. Zeitgleich berichtet Russland von einer erfolgreichen Abwehr von 52 ukrainischen Kampfdrohnen.

