Russische Luftraumverletzungen: Europa fordert entschlossene Reaktion
Nach der erneuten Verletzung des Luftraums eines NATO-Mitgliedslandes durch Russland fordert Manfred Weber, der Vorsitzende der Europäischen Volkspartei (EVP), eine entschiedene Antwort. "Eine starke europäische Luftverteidigung ist jetzt dringlicher denn je", erklärte Weber gegenüber der Funke Mediengruppe. Unterdessen sieht der russische Präsident Wladimir Putin offenbar nicht nur eine Provokation, sondern auch einen Test für die europäische Verteidigungsbereitschaft.
Wolodymyr Selenskyj, der Präsident der Ukraine, reagierte empört auf den Vorfall. Er beschreibt die Ereignisse als Teil einer systematischen russischen Kampagne gegen Europa und den Westen. Auf der Plattform X betonte er, dass solche Handlungen keine Zufälle seien und einer systematischen Reaktion bedürfen. Entsprechende Maßnahmen sollten sowohl gemeinschaftlich als auch durch jedes einzelne Land ergriffen werden.
Das Nato-Mitglied Estland meldete am Freitag die unerlaubte Verletzung seines Luftraums durch drei russische MIG-31 Kampfjets nahe der Insel Vaindloo in der Ostsee. Diese waren zwölf Minuten lang in estnischem Luftraum, bevor sie von italienischen F-35-Jets abgefangen wurden. Die genauen Details des Abfangmanövers blieben indes unklar. Nach dem Vorfall beantragte Estland Beratungen gemäß Artikel 4 des NATO-Vertrags.
Auch Polen war am Freitagabend betroffen. Zwei russische Kampfjets näherten sich in einem Tiefflug einer polnischen Bohrinsel in der Ostsee und verletzten dabei die Sicherheitszone über der Petrobaltic-Plattform. Bereits in der Vorwoche drangen über 20 russische Drohnen in den polnischen Luftraum ein, von denen einige durch NATO-Jets abgeschossen wurden.

