Ruhiger Start an der Wall Street trotz wachsendem Interesse an KI-Aktien
Mit der Veröffentlichung der jüngsten US-Preisdaten dürften die Aktivitäten an der Wall Street am Mittwoch eher gemächlich beginnen. Technologiewerte mit einem Fokus auf Künstliche Intelligenz (KI) zeigen allerdings Aufwärtspotenzial, da ein erwartetes Kursfeuerwerk von Oracle diese beflügeln könnte.
Der Broker IG hat den Dow Jones Industrial eine Stunde vor Börsenbeginn mit einem minimalen Anstieg von 0,1 Prozent bei 45.748 Punkten vorhergesagt. Für den Nasdaq 100 wird ein Plus von 0,6 Prozent auf 23.986 Punkte erwartet. Die Erzeugerpreise in den USA zeigte im August eine deutliche Entspannung. Herstellerpreise stiegen im Vergleich zum Vorjahr um lediglich 2,6 Prozent, unter den prognostizierten 3,3 Prozent. Auch die Kernrate, die Ausschläge bei Energie- und Lebensmittelpreisen außen vor lässt, fiel auf 2,8 Prozent und verfehlte damit die Erwartungen von 3,5 Prozent. Diese Erzeugerpreise spielen eine Schlüsselrolle für die am Donnerstag bevorstehenden Verbraucherpreise, die wiederum den geldpolitischen Kurs der US-Notenbank Fed maßgeblich beeinflussen.
Innerhalb der "Magnificent 7", den wichtigsten Technologiewerten, zeigte sich Tesla mit einem vorbörslichen Plus von 1,2 Prozent am stärksten, während Meta und Alphabet am unteren Ende jeweils mit einem Zuwachs von 0,2 Prozent notierten.
Die zuletzt präsentierten beeindruckenden Zahlen von Oracle lösen bei Anlegern Euphorie aus. Besonders die stärkeren Erlöse im Cloud-Segment fanden Anklang, was zu einem vorbörslichen Kursanstieg der Aktie um beeindruckende 30 Prozent führte. Ein neues Rekordhoch ist im regulären Handel zu erwarten. Zum Ende Juli war der bisherige Höchststand knapp 261 Dollar. Bis 2025 wird ein Zuwachs von rund 45 Prozent erwartet. Oracle profitiert erheblich vom wachsenden Einsatz von KI-Anwendungen und dem Expansionserfolg in seiner Cloud-Sparte, in der die Einnahmen um 28 Prozent stiegen. Im Bereich Infrastructure as a Service (IaaS) legten die Erlöse gar um 55 Prozent zu.
Im Schlepptau von Oracle könnten andere KI-affine Unternehmen ebenfalls profitieren. Nvidia, AMD und Broadcom zeigten vorbörslich signifikante Zuwächse von 2,1, 3,3 bzw. 2,3 Prozent. Im Gegensatz dazu blieb Apple mit einem Minus von 0,5 Prozent vorbörslich eher unbeeindruckt von Produktvorstellungen, darunter das schlankste iPhone bisher sowie Updates der Apple Watch und AirPods Pro.
Der Videospiele-Händler GameStop erfreute sich eines vorbörslichen Anstiegs von 11 Prozent auf Basis eines unerwartet hohen Nettoumsatzes im zweiten Quartal. Baird-Analyst Colin Sebastian äußerte jedoch Skepsis hinsichtlich nachhaltigen Wachstums und eines positiven operativen Cashflows auf längere Sicht.
Ein Dämpfer hingegen für Synopsys, dessen Aktien vorbörslich um 23 Prozent einbrachen, da enttäuschende Umsätze im Bereich Design-IP für das dritte Quartal gemeldet wurden. Auch der Gewinnausblick sorgte für ernüchterte Reaktionen.
Schließlich gelang dem Bezahldienst Klarna bei seinem Börsengang in New York eine Einnahme von fast 1,4 Milliarden Dollar. Mit einem Ausgabepreis von 40 Dollar erreichte das Unternehmen eine Bewertung von über 15 Milliarden Dollar, wobei die Nachfrage deutlich das vorhandene Angebot überstieg.

