Rug Pull oder Missverständnis? FET-Community in Aufruhr über Ocean Protocol Transfers

Der plötzliche Ausstieg von Ocean Protocol aus der ASI-Allianz hat Anschuldigungen eines großen Token-Rug Pulls ausgelöst. Tatsächlich deuten unabhängige On-Chain-Analysen von Bubblemaps darauf hin, dass das Projekt etwa 270 Millionen FET, was geschätzte 120 Millionen $ wert ist, an Binance und einen OTC-Anbieter transferiert hat, ohne die Allianz oder FET-Inhaber darüber zu informieren.
Die ASI-Allianz, die im März 2024 gegründet wurde, vereinte Ocean Protocol, Fetch.ai und SingularityNET unter einem einzigen Token, FET, wobei die OCEAN-Token von Ocean Protocol zu einem festen Kurs in FET umgewandelt werden konnten.
Ocean Protocol unter Beschuss
Trotz der Fusion behielt Ocean Protocol einen erheblichen Teil von OCEAN in teamkontrollierten Wallets, die angeblich für Community-Anreize und Datenfarming reserviert waren. Laut Bubblemaps konvertierte am 1. Juli 2024 eines dieser Ocean Protocol Wallets 661 Millionen OCEAN in 286 Millionen FET und sandte anschließend 90 Millionen FET an den OTC-Anbieter GSR Markets.
Bis zum 31. August wurden die verbleibenden 196 Millionen FET auf 30 neue Adressen verteilt, und bis zum 14. Oktober wurden fast alle diese Mittel an Binance oder andere OTC-Anbieter transferiert, was schätzungsweise 270 Millionen FET entspricht – 160 Millionen an Binance und 109 Millionen an GSR Markets. Die Transfers fielen mit dem Austritt von Ocean Protocol aus der ASI-Allianz am 9. Oktober zusammen, der ohne öffentliche Erklärung oder Offenlegung bezüglich der Umverteilung von Community-Token erfolgte.
In der Reaktion warf das FET-Team auf X öffentlich Ocean Protocol vor, Tokens verkauft zu haben, die für Gemeinschaftsbelohnungen bestimmt waren, während der CEO des Protokolls die Anschuldigungen als “unfounded and baseless rumors” zurückwies und eine formelle Antwort in Kürze versprach.
On-Chain-Aktivitäten bestätigen lediglich die Token-Konversionen und -Transfers, was offene Fragen darüber lässt, ob Liquidation stattfand und warum ein so signifikanter Teil der für die Gemeinschaft bestimmten Mittel ohne Koordination bewegt wurde.
Ocean muss Antworten liefern
Im Zuge dieser Entwicklungen fordern Fetch.ai CEO Humayun Sheikh und die breitere FET-Community Transparenz von Ocean Protocol in Bezug auf den Umgang mit diesen Vermögenswerten, insbesondere die Frage nach dem Timing der Token-Konversionen vor dem Austritt, der Kontrollstruktur des OceanDAO SAFE Wallets und der Ocean Expedition sowie dem endgültigen Verbleib der transferierten Tokens.
In einer offiziellen Erklärung sagte Sheikh,
“The ASI Alliance was founded on principles of collaboration, transparency, and shared accountability. While the situation with Ocean Protocol continues to evolve, our focus remains on protecting FET holders and upholding the integrity of the ecosystem. Challenges like this test the strength of our alliances, but they also reinforce why these principles matter. We are committed to ensuring that transparency prevails, that the community’s trust is respected, and that the foundations we’ve built for a decentralized, collaborative future remain intact. Our expectation is clear: Ocean must provide answers, and the ecosystem must learn from this moment to emerge stronger and more resilient.”
In Übereinstimmung mit diesen Anliegen hat Fetch.ai Sammelklagen eröffnet, um betroffenen FET-Inhabern zu helfen, Entschädigungen zu suchen. Dieser Schritt könnte potenziell zu multijurisdiktionalen Klagen und einer verstärkten Prüfung der Governance und Token-Management-Praktiken von Ocean Protocol führen.

