Rückversicherungsbranche: Wachstumspotenzial trotz Preisverfall
Die Munich Re sieht in der bevorstehenden Vertragserneuerung große Chancen für das Schaden- und Unfallgeschäft, auch wenn ein Preisrückgang zu erwarten ist. Vorstand Thomas Blunck äußerte sich optimistisch über eine steigende Nachfrage nach Rückversicherungsschutz seitens Erstversicherern wie Allianz und Generali. Die jährliche Versammlung der Branche in Monte Carlo bildet den Rahmen für diese entscheidenden Gespräche, deren Ergebnisse den Markt zum Jahreswechsel entscheidend prägen werden.
Trotz der Prognosen der Ratingagenturen, die weitere Preisabschläge vorhersehen, bleibt die Munich Re zuversichtlich. In der Vergangenheit hatten große Anbieter wie Munich Re, Swiss Re und Hannover Rück ihre Tarife deutlich angehoben, was dazu führte, dass Erstversicherer mehr Risiken selbst tragen mussten. Vorstandsmitglied Stefan Golling betonte die Bedeutung fairer Preise und Bedingungen als Fokus der kommenden Verhandlungen.
Ein wachsender Bedarf an Rückversicherungsschutz ist aus Sicht der Munich Re absehbar, da die durch Naturkatastrophen verursachten Schäden seit 2020 jährlich hohe Summen erreichen. Risiken ergeben sich zudem durch unbeständige Inflationsraten und unsichere Zollpolitiken. Auch wenn die Munich Re, einst Branchenführer, durch einen neuen Bilanzierungsstandard von Swiss Re überholt wurde, bleibt die strategische Zukunft der Rückversicherer von globaler Relevanz bestimmt.

