Rückversicherungsbranche vor Herausforderungen: S&P prognostiziert Preissenkungen
Die Ratingagentur Standard & Poor's (S&P) erwartet eine kontinuierliche Senkung der Preise für Rückversicherungsschutz im kommenden Jahr, was zu niedrigeren Renditen für Firmen wie Munich Re, Swiss Re und Hannover Rück führen dürfte. Trotz der geplanten Preissenkungen bleibt die Branche durch das günstige Umfeld stabil, so Analyst Johannes Bender von S&P im Vorfeld des jährlichen Branchentreffens in Monte Carlo. Trotz der Zerstörungen durch die Waldbrände in Kalifornien bleiben langfristige Verträge stabil, während kurzlaufende Policen wie Feuerversicherungen um etwa fünf Prozent im Preis sinken könnten. Diese Anpassungen der Marktbedingungen sind auch auf die vergangenen Vertragserneuerungen zurückzuführen, bei denen die Preise um gut 1 bis 2 Prozent gefallen sind.
Die erwarteten Preisrückgänge bedeuten, dass Rückversicherer einen größeren Anteil ihres Umsatzes für Schäden und Verwaltungskosten aufwenden müssen. Mit fortlaufenden Anpassungen bei den Schadenreserven und zunehmenden Herausforderungen durch Naturkatastrophen wird die kombinierte Schaden-Kosten-Quote voraussichtlich von 86,5 Prozent 2024 auf bis zu 90 Prozent in 2026 steigen.
Parallel dazu erfreut sich die Anlageform der Katastrophenanleihen wachsender Beliebtheit. Großanleger schätzen sie, da die Risiken nicht mit den volatilen Kapitalmärkten korrelieren und sie ansprechende Renditen bei relativ geringen Ausfallraten bieten. Mit einem globalen Rückversicherungskapital von 720 Milliarden Dollar spielen diese alternativen Kapitalformen eine entscheidende Rolle. Für Investoren sind Katastrophenanleihen attraktiv, da sie zusätzlich zum Basiszins eine Risikoprämie bieten, solange keine definierten Katastrophenereignisse eintreten.

