Rückschritt bei Porsche: Cellforce wird zurückgefahren
Bemerkenswerte Veränderungen beim Stuttgarter Sportwagenhersteller Porsche: Das Tochterunternehmen Cellforce, das speziell für die Herstellung von Hochleistungs-Batteriezellen ins Leben gerufen wurde, steht vor einer weitreichenden Umstrukturierung. Medienberichten zufolge könnten fast 200 Beschäftigte von dieser Entscheidung betroffen sein, nachdem bei der Arbeitsagentur in Reutlingen bereits eine entsprechende Massenentlassung angezeigt wurde.
Am Standort Kirchentellinsfurt soll lediglich eine kleine Forschungseinheit bestehen bleiben. Porsche-Chef Oliver Blume hat die Entscheidung der grün-schwarzen Landesregierung von Baden-Württemberg, unter der Führung von Ministerpräsident Winfried Kretschmann, mitgeteilt.
Ursprünglich war die Ansiedlung mit großzügigen Fördergeldern in Höhe von etwa 60 Millionen Euro bedacht worden, wobei der tatsächlich geflossene Betrag unklar bleibt. Weder seitens Porsche noch seitens der Landesregierung gibt es derzeit öffentliche Stellungnahmen.
Die geplante Selbstständigkeit von Cellforce sollte ursprünglich ohne externe Investoren fortgeführt werden, was sich inzwischen geändert hat. Zuletzt zeigten BMW-Vertreter sowie Rüstungsunternehmen Interesse an den Technologien von Cellforce, mit einem Fokus auf den Einsatz in Militärdrohnen.
Ursprüngliche Pläne zur Errichtung einer größeren Batterieproduktion in Tübingen scheiterten an rechtlichen Hürden, und Pläne für eine größere Fabrik wurden mittlerweile ebenfalls verworfen. Für Porsche, eine Tochter der Volkswagen-Gruppe, ist die Reduzierung von Cellforce ein deutlicher Rückschlag in der ambitionierten Strategie, ein Vorreiter im Bereich der E-Mobilität zu werden.
Während der Konzern weiterhin in Verbrennungsmotoren investiert, stehen den Entwicklungen im Bereich Elektromobilität unerwartete Schwierigkeiten gegenüber. Die finanzielle Belastung durch Abschreibungen beläuft sich laut Berichten auf 295 Millionen Euro. Eine Mitarbeiterversammlung mit dem Entwicklungsvorstand Michael Steiner ist für kommenden Montag angesetzt, wobei die Zukunft vieler Beschäftigter ungewiss bleibt.

