Rückschlag für Klarna: Aktienkurs fällt unter IPO-Preis
Der schwedische Zahlungsdienstleister Klarna erlebt nach seinem spektakulären Börsengang im September eine unerwartete Talfahrt. Die Aktien des digitalen Finanzunternehmens rutschten erstmals unter den Ausgabepreis von 40 US-Dollar, was auf einen verstärkten Konkurrenzdruck und Unsicherheiten bezüglich der künftigen Zinspolitik zurückzuführen ist. Klarna hatte bei seinem Börsengang etwa 1,58 Milliarden US-Dollar eingesammelt, wobei die Aktien bei Investoren stark gefragt waren.
Der Druck auf die Aktie resultiert aus einer Pause im Boom der US-Technologiewerte, ausgelöst durch überwältigende Wirtschaftsdaten, die die Absicherung für zukünftige Zinssenkungen durch die Federal Reserve in Frage stellen. Besonders für Wachstumsunternehmen sind niedrige Zinsen aufgrund ihrer hohen Kapitalbedürfnisse von entscheidender Bedeutung. Laut Diksha Gera, Analystin bei Bloomberg Intelligence, reagieren Fintech-Aktien wie Klarna sensibel auf makroökonomische Faktoren wie Zinsen und regulatorische Entwicklungen.
Auch der Fintech-Pionier Affirm und das Zahlungsunternehmen Block verzeichneten zuletzt Verluste. Trotz der Zinssenkungen der Fed könnten verzögerte oder ausbleibende Zinsschritte die Bewertungen belasten, da höhere Renditen die Finanzierungskosten dieser Unternehmen erhöhen könnten.
Der Rückgang von Klarna erfolgte, während konkurrierende Fintechs wie Stripe und Revolut in den Schlagzeilen mit steigenden Bewertungen stehen. Stripe wird inzwischen auf 106,7 Milliarden US-Dollar geschätzt, während Revolut auf 75 Milliarden US-Dollar zielt. Selbst Checkout.com, ein weiterer europäischer Wettbewerber, hat kürzlich eine neue Bewertung von 12 Milliarden US-Dollar verkündet.
Obwohl Klarna zu den heißesten US-Börsengängen des Jahres gehörte – neben Unternehmen wie der Kryptowährungsfirma Circle und der Softwarefirma Figma –, schwand der anfängliche Hype schnell. Die Aktien sind seit ihrer Eröffnung um etwa 13% gefallen, während der S&P 500 Index im gleichen Zeitraum ein Plus von über 1% verzeichnete.
Klarna-CEO Sebastian Siemiatkowski sieht sich zudem mit der Herausforderung konfrontiert, sein Unternehmen strategisch nach vorne zu bringen. Die Erlöse aus Klanas „fair finance“-Angeboten, die größere Anschaffungen über längere Zeiträume finanzierbar machen, erhöhen den Druck zusätzliche Rückstellungen für Kreditausfälle zu bilden.

