Rückschlag für BBVA: Übernahme von Banco Sabadell gescheitert
Die spanische Großbank BBVA musste erneut einen Rückschlag hinnehmen: Die geplante Übernahme der Banco Sabadell hat nicht den erforderlichen Zuspruch der Aktionäre erhalten. Bereits vor fünf Jahren scheiterte ein ähnliches Vorhaben. In einem Zug kündigte die BBVA jedoch an, ihre Aktien in erheblichem Umfang zurückzukaufen. Dieses Manöver scheint aufzukommen, denn die BBVA-Aktie, gelistet im EuroStoxx 50, erlebte am Freitag einen deutlichen Kursanstieg.
In den ersten Minuten des Handels schnellte der Kurs der BBVA-Anteile um über zehn Prozent auf 17,38 Euro empor und erreichte damit den höchsten Stand seit 2007. Zum Ende konnte das Papier nicht ganz auf diesem Niveau verharren, glänzte aber dennoch mit einem Plus von sieben Prozent und gehörte damit zu den Spitzenreitern im Eurozonen-Leitindex. Seit Jahresbeginn verzeichnete die Aktie einen bemerkenswerten Wertzuwachs, der die Bank nun zu einer der wertvollsten der Eurozone macht. Im Gegensatz dazu verloren die Banco Sabadell-Anteile am Freitag im frühen Handel circa sechs Prozent an Wert.
Wie die Aufsichtsbehörde CNMV mitteilte, akzeptierten nur etwas mehr als ein Viertel der Sabadell-Aktionäre das Übernahmeangebot von BBVA – zu wenig für einen Fortgang der Akquisition, der eine Zustimmungsquote von mindestens 30 Prozent erfordert hätte. Dies stellt einen kräftigen Dämpfer für den seit 2018 amtierenden BBVA-Verwaltungsratschef Carlos Torres dar, der in Gesprächen mit Bloomberg TV erklärte, dass er ungeachtet des erneuten Misserfolgs nicht zurücktreten werde.
Mit der geplanten Übernahme hatte die BBVA das Ziel verfolgt, ihr Geschäft in Spanien zu stärken und die Abhängigkeit von den Märkten in Mexiko, Südamerika und der Türkei zu verringern. Mexiko trat dabei im ersten Halbjahr als bedeutendster Markt in Erscheinung. Gleichzeitig waren die Geschäfte in Südamerika und der Türkei volumenmäßig auf Augenhöhe mit Spanien.
BBVA hatte zuletzt angeboten, 4,8376 ihrer eigenen Aktien je Sabadell-Papier zu tauschen. Basierend auf dem Schlusskurs der BBVA-Aktie am Donnerstag entsprach dies einer Bewertung von etwas über 16 Milliarden Euro für Banco Sabadell, im Wesentlichen identisch mit dessen Börsenwert zu jener Zeit. Widerstände gegen die Übernahme offerierten sich seit der Ankündigung im Mai des vergangenen Jahres aus verschiedenen Richtungen: Die Sabadell-Führung lehnte mehrfach ab und auch von Regierungsseite kamen Forderungen, die das Vorhaben unattraktiv erschienen ließen.

