Rückläufige Importzahlen belasten US-Containerhäfen: Handelsturbulenzen als Herausforderung
Die US-Containerhäfen sehen sich zum Jahresende mit einem Rückgang des Importaufkommens konfrontiert. Nachdem im Sommer nahezu Rekordzahlen verzeichnet wurden, wird laut Einschätzungen großer Einzelhändler ein stetiger Rückgang erwartet.
Im Juli verzeichneten die bedeutenden US-Häfen ein Handling von 2,36 Millionen zwanzig Fuß langen Containereinheiten (TEU), wie der Global Port Tracker der National Retail Federation (NRF) berichtet. Dieses Volumen bedeutete gegenüber Juni einen Anstieg von 20,1 %, da Einzelhändler vor den im August anstehenden Zollerhöhungen ihre Lager auffüllten. Im Vergleich zum Vorjahr lag die Steigerung bei 1,8 % und markierte den zweitstärksten Monat seit den 2,4 Millionen TEU im Mai 2022.
Laut Jonathan Gold, Vizepräsident der NRF für Lieferketten- und Zollpolitik, wurden weltweit reziproke Zölle implementiert, welche eine breitere Produktpalette betreffen. Trotz der gesicherten Vorräte säen Unsicherheiten in der US-Handelspolitik Zweifel an der langfristigen Geschäftsauslegung.
Ein Bundesberufungsgericht hatte im August gegen die Nutzung der International Emergency Economic Powers Act (IEEPA) durch Präsident Donald Trump für Zollmaßnahmen entschieden, ließ diese jedoch vorerst bestehen. Trump verschob zudem erneut eine Frist für höhere China-Zölle um 90 Tage, um Verhandlungen zu ermöglichen. Indien hingegen erlebte eine zusätzliche Erhöhung der Zölle um 25 %.
Für August rechnete die NRF mit einem Volumen von 2,28 Millionen TEU, was einem Rückgang von 1,7 % gegenüber dem Vorjahr entspricht. Die Schätzungen für die folgenden Monate zeigen ebenfalls rückläufige Zahlen: 2,12 Millionen TEU im September, 1,95 Millionen im Oktober und 1,74 Millionen im November. Der Dezember wird mit 1,7 Millionen TEU den niedrigsten Wert seit März 2023 erreichen. Gründe für den Rückgang sind neben der frühen Spitzensaison auch ein drohender Streik an der Ostküste.
Bis zur Jahresmitte belief sich das Volumen auf 12,53 Millionen TEU, was einem Plus von 3,6 % entspricht. Die Schätzung für das Gesamtjahr liegt bei 24,7 Millionen TEU, ein Rückgang von 3,4 % im Vergleich zu 2024. Für Januar 2026 wird ein weiteres Minus von 19,1 % erwartet.

