Rückkehr der Aktienrückkäufe: Ein Hoffnungsschimmer für den S&P 500?
Die Zeiten des Rückgangs bei Aktienrückkäufen könnten bald der Vergangenheit angehören, doch die Auswirkungen auf den Aktienmarkt sind komplexer als gedacht. Im zweiten Quartal verzeichnete der S&P 500 einen Rückgang der Aktienrückkäufe um 20% im Vergleich zu den Rekordständen des ersten Quartals. Doch es gibt Anzeichen dafür, dass die Rückkäufe im laufenden Quartal wieder anziehen könnten. Angesichts einer abnehmenden wirtschaftspolitischen Unsicherheit und sinkender Zinssätze erwarten Analysten von S&P Dow Jones Indices einen erneuten Anstieg auf Rekordniveau.
Wall Street-Experten bezweifeln allerdings, dass Rückkäufe das Gewinnwachstum pro Aktie (EPS) noch in gleichem Maße stützen wie früher. Die Gesamtsummen der Rückkäufe sind beeindruckend, das Wachstum jedoch stagniert, selbst bei großen Unternehmen. Ein aktueller Goldman Sachs-Bericht zeigt, dass Unternehmen wie Apple, Meta Platforms, Alphabet und Nvidia im zweiten Quartal kein nennenswertes Jahr-für-Jahr-Wachstum bei Rückkäufen erzielt haben.
Die ausbleibende Aktivität führt dazu, dass die Rückkaufrendite des S&P 500 – das Verhältnis von Rückkäufen zur Marktkapitalisierung – auf 2% gefallen ist, dem niedrigsten Stand seit 20 Jahren. Dies ist teilweise auf hohe Investitionen in Künstliche Intelligenz zurückzuführen, die die Aktienrückkäufe schmälerten. Zudem stiegen die Aktienpreise schneller als die Gewinne, was zu höheren Kurs-Gewinn-Verhältnissen und einer geringeren Rückkaufrendite führte. In der Vergangenheit steigerten Rückkäufe das EPS-Wachstum erheblich, doch dieser Effekt hat in letzter Zeit nachgelassen.
Goldman erwartet, dass sich die abnehmende Rückkaufrendite stabilisieren wird, sobald die Rückkäufe wieder zunehmen. Die Prognosen gehen von einem Gesamtwert von einer Billion US-Dollar in diesem Jahr aus, was einer Steigerung von 5% gegenüber 2024 entspricht.
Unternehmen, die ihre Rückkäufe beibehalten – sogenannte Rückkauf-Aristokraten – könnten von einem zunehmenden Knappheitsbonus profitieren. Laut Goldman zeichnen sich diese Aristokraten durch größere Marktkapitalisierungen, höhere Rückkaufrenditen und niedrigere Bewertungen im Vergleich zum breiteren Index aus. Beispiele hierfür sind Bank of America, JPMorgan Chase, Applied Materials, eBay, Ross Stores und TJX Cos.

