Rückgang der Einzelhandelsumsätze im Mai deutet auf nachlassende Dynamik hin
Die Einzelhandelsumsätze in den USA sind im Mai stärker gesunken als erwartet, was darauf hindeutet, dass das Bestreben, Preiserhöhungen durch Zölle zuvorzukommen, an Schwung verliert. Laut dem Census Bureau beliefen sich die Einnahmen der US-Verkäufer im vergangenen Monat auf 715,4 Milliarden Dollar, ein Rückgang um 0,9 % im Vergleich zu den Zahlen für April, die ebenfalls nach unten korrigiert wurden. Ökonomen von Dow Jones Newswire und dem Wall Street Journal hatten mit einem Rückgang von 0,6 % gerechnet.
Diese Verkaufsdaten erscheinen inmitten der Diskussionen um die wirtschaftlichen Auswirkungen der Zollpolitik von Präsident Donald Trump. Scott Hoyt, Senior Director bei Moody's Analytics, betonte, dass der Rückgang der Einzelhandelsumsätze im Mai eher ein Zeichen für geringeres Kaufverhalten im Hinblick auf befürchtete zollbedingte Preiserhöhungen als für eine grundlegende Schwäche darstellt. Besonders die Verkäufe von Kraftfahrzeugen litten mit einem Rückgang von 3,5 % im Mai.
Verbraucher hatten erwartet, dass Zölle auf Automobile und Metalle die Autopreise nach oben treiben würden, und kauften daher im März verstärkt Fahrzeuge ein, bevor steigende Importsteuern die Preise beeinflussten. Wirtschaftsexperten von Wells Fargo, Tim Quinlan und Shannon Grein, beobachteten eine nachlassende Verkaufsaktivität und stellten fest, dass Autohändler in vier der ersten fünf Monate des Jahres rückläfige Umsätze verzeichneten.
Den stärksten Zuwachs bei den Verkäufen verzeichneten im Mai jedoch die gemischten Ladengeschäfte, darunter Floristen, Bürobedarfsverkäufer und andere schwer zu kategorisierende Einzelhändler. Auch der Verkauf von Sportartikeln und Möbeln stieg im vergangenen Monat an. Obwohl die Einzelhandelsumsätze gewisse Anzeichen von Optimismus zeigten, erwarten Ökonomen einen weiteren Rückgang, da die durch Zölle verursachten Störungen sichtbarer werden.
Hoyt erklärte, dass sich die Umsätze voraussichtlich weiter abschwächen werden, da das Vorziehen der Käufe vollständig enden und sich umkehren wird. Auch ohne steigende Preise werde der Kauf, der im März und April vorgezogen wurde, zu weniger Einkäufen später im Jahr führen.

