Rotes Kreuz als Vermittler: Geiselversorgung unter strengen Bedingungen
Die Hamas im Gazastreifen signalisiert Bereitschaft, das Rote Kreuz mit der Versorgung der festgehaltenen israelischen Geiseln zu beauftragen, jedoch mit klaren Bedingungen. Ein Sprecher der Al-Kassam-Brigaden erklärte über Telegram, dass man einem Antrag des Internationalen Komitees vom Roten Kreuz wohlwollend gegenüberstehe. Kernforderung der Hamas ist die umfassende Versorgung der palästinensischen Zivilbevölkerung im Gazastreifen durch Israel. Zusätzlich müsse Israel während der Versorgungstransporte jegliche Luftaufklärung einstellen.
In der Zwischenzeit hatte der israelische Ministerpräsident Benjamin Netanjahu den IKRK-Delegationsleiter Julien Lerisson gebeten, die sofortige Hilfsversorgung der Geiseln zu unterstützen. In beunruhigenden Bildsequenzen, die weltweit Bestürzung auslösten, zeigte die Hamas zwei Geiseln in kritischem körperlichen Zustand. Die israelische Öffentlichkeit steht unter Schock; man vermutet, dass die Hamas die Geiseln bewusst in den Hungertod treibt, um politischen Druck aufzubauen.
Die Hamas verlangt ein Ende der israelischen Militäraktionen als Bedingung für die Geiselfreilassung. Dabei fordert Israel die Entwaffnung der Islamisten und deren Exil, was die Hamas strikt ablehnt. Neben den lebenden Geiseln hält die Organisation auch die sterblichen Überreste weiterer Opfer. Bemühungen zu einer Lösung durch indirekte Verhandlungen blieben bislang erfolglos.

