Roche trotzt durchwachsenem Börsentag und blickt optimistisch auf 2026
Der Schweizer Pharmakonzern Roche hat seine selbst gesetzten Ziele für 2025 erreicht und zeigt sich auch für das neue Jahr ambitioniert. Unter der Leitung von Thomas Schinecker peilt das Unternehmen ein Umsatzwachstum im mittleren einstelligen Prozentbereich an, wenn konstante Wechselkurse vorausgesetzt werden. Der bereinigte Kerngewinn pro Aktie soll sogar im hohen einstelligen Prozentbereich zulegen. Trotz dieser Prognosen reagierte die Börse verhalten, die Aktie verlor nach dem Handelsstart in Zürich ungefähr ein halbes Prozent. Dies gleicht jedoch die jüngsten Kursgewinne kaum aus, da die Aktie in den vergangenen drei Monaten bereits um 25 Prozent zulegen konnte und kürzlich ein Zwischenhoch erreicht hatte.
Analysten, wie Michael Leuchten von Jefferies, fanden die Ergebnisse der Zahlen uneinheitlich und der Marktkonsens hatte auf eine optimistischere Vorausschau gehofft. Ähnlich äußerte sich Richard Vosser von JPMorgan, der vermutet, dass die durchschnittlichen Umsatz- und Gewinnerwartungen für das Geschäftsjahr um etwa ein Prozent zurückgehen könnten. Im vergangenen Jahr erwirtschaftete Roche einen Umsatz von 61,5 Milliarden Franken – ein Plus von 2 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Bei konstanten Wechselkursen entspricht dies einem Anstieg von 7 Prozent, womit die gesetzten Ziele erfüllt wurden.
Doch während die Pharmasparte ein Umsatzwachstum von 3 Prozent auf 47,7 Milliarden Franken verzeichnen konnte, sanken die Einnahmen im Diagnostikbereich um 3 Prozent auf 13,8 Milliarden Franken. Vor allem in China bremsten Preisreformen das Wachstum, etwa durch eine Reduzierung der Diagnostikpreise um 50 Prozent. Zukünftig erwartet das Unternehmen jedoch eine Entspannung dieser Effekte und geht für 2026 von einem mittleren einstelligen Umsatzwachstum im Diagnostik-Geschäft aus, mit einer möglichen Rückkehr zu Wachstumsraten von 7 Prozent und mehr. Schinecker setzt auf neue innovative Tests und Produkte, die bald auf dem Markt eingeführt werden.
Auch im Pharmasektor zeigt er sich optimistisch, insbesondere mit Blick auf zehn zulassungsrelevante Studien im Jahr 2026 sowie die Entwicklung neuer Mittel gegen Fettleibigkeit, wie etwa den GLP-1-Wirkstoff CT-388, der kürzlich positive Ergebnisse zeigte. Roche wies für das vergangene Jahr einen Konzerngewinn von 13,8 Milliarden Franken aus, ein Anstieg von 9,2 Milliarden im Vorjahr. Diese Zunahme wird auf eine starke operative Leistung und die Basiseffekte nach Wertminderungen 2024 zurückgeführt. Aktionäre sollen nun eine erhöhte Dividende von 9,80 Franken erhalten. Dennoch blieben die ausgewiesenen Zahlen leicht hinter den durchschnittlichen Analystenschätzungen zurück.

