Ritual Tides zeigt im ersten Gameplay-Trailer eine britische Insel, die nichts Gutes verheißt
Eine verlassene Insel im 19. Jahrhundert. Verlassene Siedlungen. Eine Gemeinschaft, die einmal gelebt hat – und es irgendwann aufgehört hat zu tun. Ritual Tides, das kommende Horrorspiel des unabhängigen Studios Vertpaint, hat mit seinem ersten Gameplay-Trailer einen Einblick in eine Welt gewährt, die von der ersten Sekunde an signalisiert: Hier bist du nicht willkommen. Und das ist noch die freundlichste Interpretation dessen, was dich auf der Insel Hortus erwartet.
Hortus – ein Ort, der vergessen werden wollte
Der Schauplatz von Ritual Tides ist eine abgelegene britische Insel im 19. Jahrhundert namens Hortus. Du erwachst allein an einem unwirtlichen Ufer, ohne Orientierung, ohne Erklärung – und vor dir liegen trostlose Landschaften, verlassene Siedlungen und die verfallenden Überreste einer Gemeinschaft, die einst florierte und nun nur noch Fragen hinterlässt. Der Trailer macht eindrucksvoll deutlich, wie konsequent Vertpaint diese Atmosphäre durchzieht: keine Wohlfühlmomente, keine Verschnaufpausen, nur das beklemmende Gefühl, dass hinter jedem Hügel und in jedem leeren Gebäude etwas lauert, das noch nicht bereit ist, sich zu zeigen. Die visuelle Dichte und Stimmungsdichte, die der Trailer vermittelt, ist für ein unabhängiges Produktionsstudio bemerkenswert – und das ist keineswegs übertrieben.
Ein Team mit Anspruch – und prominente Unterstützung
Vertpaint bezeichnet sich selbst nicht gerade bescheiden, aber die Umschreibung des Teams als „Spezialkräfte der Spieleentwicklung“, wie sie der ehemalige Blizzard-Direktor Jonathan Berube formulierte, ist offenbar mehr als bloße Schmeichelei. Der Anspruch, eine visuelle Qualität zu liefern, die mit großen Hochglanzproduktionen mithalten kann, klingt gewagt – wirkt im Trailer jedoch alles andere als hohl. Unterstützt wird das Projekt außerdem von Adam Nevill, einem renommierten Horrorautor, der das Skript des Spiels mitgestaltet hat. Wer Nevills Romane kennt, weiß: Er versteht es, psychologischen Schrecken mit literarischer Präzision zu verknüpfen. Zusätzlich ist der Horrorschöpfer Daz Games an Bord – mit über 20 Millionen Abonnenten einer der einflussreichsten Vertreter des Genres – und tritt im Spiel selbst als Charakter namens Phineam auf.
Kampfsystem und Fortbewegung von Grund auf neu gebaut
Was Ritual Tides spielmechanisch von anderen Vertretern des Genres unterscheiden soll, ist die konsequente Neuentwicklung der Egoperspektivensysteme. Vertpaint hat sowohl die Fortbewegungsmechanik als auch das Kampfsystem vollständig von Grund auf neu konstruiert – nicht als Aufwertung eines bestehenden Fundaments, sondern als genuinen Neubau. Dieser Ansatz soll ein Spielgefühl ermöglichen, das sich eng mit der Atmosphäre verzahnt und die Immersion in die düstere Welt von Hortus trägt, anstatt sie zu unterbrechen. Gerade in einem Genre, in dem träge Steuerung und abrupte Kampfeinlagen regelmäßig die Stimmung zerstören, ist dieser Fokus ein vielversprechendes Versprechen. Ritual Tides befindet sich derzeit für PC in der Entwicklung, Konsolenversionen sind ebenfalls für dieses Jahr geplant.

