Ripple-Präsidentin: Hälfte der Fortune 500 wird 2026 Krypto übernehmen

Monica Long, Präsidentin von Ripple, prognostiziert, dass etwa die Hälfte der Fortune 500-Unternehmen im Jahr 2026 formale Krypto- oder digitale Asset-Strategien in ihre Finanzplanung integrieren wird. Sie hebt dabei Stablecoins, tokenisierte Vermögenswerte und Verwahrungsdienste als Hauptanwendungsbereiche hervor.
Long betrachtet Kryptowährungen weniger als Handelsprodukt, sondern vielmehr als Finanzinfrastruktur, die von großen Unternehmen zunehmend als Teil ihrer Routineoperationen angesehen wird.
Institutionelle Krypto-Nutzung von Pilotprojekten zu Produktionsanwendungen
In einer Reihe von Beiträgen auf X und einem ausführlichen Essay auf der Ripple-Website erläuterte Long ihre Perspektive. Sie argumentiert, dass Banken und Unternehmen über begrenzte Testphasen hinausgehen und Krypto zunehmend produktiv nutzen, insbesondere Stablecoins für Abwicklungen, On-Chain-Vermögenswerte und Verwahrungsdienste. Stablecoins werden laut Long in Zahlungsströme integriert, da Unternehmen schnellere Abwicklungen und ein besseres Liquiditätsmanagement anstreben.
Long verweist auf die zunehmende Beteiligung von Zahlungsunternehmen wie Visa und Stripe, die Stablecoins in Teile ihrer Systeme integriert haben. Auch regulatorische Änderungen in den USA, wie die Verabschiedung des GENIUS Act, haben Institutionen klarere Regeln für dollar-gestützte Krypto-Assets gegeben. Ripples eigene Bemühungen in diesem Bereich umfassen Ripple USD und die bedingte Genehmigung des Office of the Comptroller of the Currency zur Gründung einer nationalen Treuhandbank.
Auf den Unternehmensbilanzen erweitert sich die Krypto-Exposition über Bitcoin hinaus. Long erwartet, dass Unternehmen Stablecoins, tokenisierte Staatsanleihen und andere On-Chain-Instrumente als Teil ihrer strukturierten Treasury-Strategien halten werden.
Eine Coinbase-Umfrage aus dem Jahr 2025 ergab, dass 60% der Fortune 500-Unternehmen bereits an Blockchain-Initiativen arbeiten, während mehr als 200 börsennotierte Unternehmen Ende letzten Jahres BTC hielten.
ETFs, Verwahrung und Konsolidierung prägen die nächste Phase
Longs Kommentare kommen zu einer Zeit, in der der institutionelle Zugang zu Krypto durch börsengehandelte Fonds (ETFs) erweitert wird. Beispielsweise verzeichneten Ethereum- und Solana-ETFs im Januar 2026 historische Handelsvolumina, was auf anhaltende Aktivität hinweist.
Gleichzeitig erweitern Vermögensverwalter ihre Produktlinien. Bitwise hat am 31. Dezember 2025 Anträge für 11 Single-Asset-Altcoin-ETFs gestellt, die DeFi-Token, Layer-1-Netzwerke und KI-verbundene Projekte abdecken. Diese Produkte entsprechen Longs Ansicht, dass ETFs zwar nur einen kleinen Teil des Marktes ausmachen, aber als Einstiegspunkt für Institutionen dienen, die vertraute Strukturen benötigen.
Sie verknüpft die Adoption auch mit Veränderungen in der Verwahrung. Krypto-Fusionen und -Übernahmen erreichten 2025 ein Volumen von $8,6 Milliarden, wobei Verwahrungsdienste zunehmend im Fokus stehen, da Banken unter Druck stehen, Risiken auf mehrere Anbieter zu verteilen.
Long erwartet, dass mehr als die Hälfte der weltweit 50 größten Banken im Jahr 2026 neue Verwahrungsbeziehungen formalisieren wird. Sie prognostiziert auch, dass Blockchain-Systeme zunehmend mit Automatisierungstools zusammenarbeiten werden, um Treasury- und Asset-Manager in die Lage zu versetzen, Liquidität und Sicherheiten kontinuierlich zu verwalten.
Obwohl diese Prognosen spekulativ bleiben, spiegeln sie einen wachsenden Konsens unter großen Krypto-Unternehmen und Investoren wider, dass die institutionelle Nutzung nun die Entwicklung des Sektors prägt.

