Elektronische Patientenakte: Aufbruch zu neuen Ufern mit Wachstumsziel
Die Einführung der elektronischen Patientenakte (ePA) für gesetzlich Versicherte ist in vollem Gange, doch der erhoffte Aufschwung bleibt bisher aus. Verbraucherschützerin Ramona Pop äußerte, dass die ePA im Alltag noch nicht Fuß gefasst habe, da essenzielle Funktionen wie digitale Impf- und Bonushefte fehlen. Der Hausärzteverband beurteilt die aktuelle Version als 'eingeschränkt praxistauglich'.
Um die ePA weiterzuentwickeln und attraktiv zu gestalten, fordert der Verbraucherzentrale Bundesverband zügige Innovationen, die Bundesgesundheitsministerin Nina Warken bereits zugesichert hat. Für die Versicherten bietet die ePA Vorteile, indem sie wichtige Informationen stets abrufbar macht und Doppeluntersuchungen verhindert.
Trotz der breiten Verfügbarkeit nutzen bislang nur rund vier Millionen Menschen die ePA aktiv. Gründe hierfür liegen in fehlender Auseinandersetzung mit der Thematik sowie mangelndem persönlichen Nutzen.
Den Befragten einer Forsa-Umfrage nach sind Steuerungsmöglichkeiten über die Dateneinsicht sowie digitale Gesundheitshefte von großem Interesse. Der Hausärzteverband bemängelt die derzeitige Gestalt der ePA als unübersichtliche PDF-Sammlung, die den Praxisalltag erschwert. Auch technische Störungen behindern die Anwendung.
Von den gesetzlichen Krankenkassen wird ein stabileres und benutzerfreundlicheres System für die Anmeldung gefordert, damit die ePA zum Kernstück eines digitalen Versorgungssystems reifen kann. Ministerin Warken plant Verbesserungen wie digitale Medikamententipps und Erinnerungsnachrichten, um die Attraktivität der ePA zu steigern.
Ein Fahrplan sieht vor, bis 2030 rund 20 Millionen aktive Nutzer zu gewinnen. Ein Gesetzentwurf zur weiteren Digitalisierung wird bis Ende März erwartet. Die Deutsche Stiftung Patientenschutz ruft nach einem verbindlichen Plan zur Problemlösung, um den 'Dauerärger mit der E-Akte' zu beenden.

