Bündnisverteidigung

Die «Speerspitze» rückt an: Verlegung über den Ostseestrand

18. Februar 2026, 14:35 Uhr · Quelle: dpa
Nato-Übung Steadfast Dart
Foto: Marcus Brandt/dpa
«Das Bündnis ist geschlossen, es ist handlungsfähig und handlungsbereit, es ist einsatzbereit und zugleich zeigt es, was die europäischen Partner innerhalb der Nato leisten», sagte Verteidigungsminister Boris Pistorius (SPD) als Beobachter der Übung.
Was passiert, falls die militärische Lage eskaliert? Die Nato zeigt an der Ostseeküste, wie Verstärkung aus dem Süden schnell und unter erschwerten Bedingungen ankommen soll.

Putlos (dpa) - Landungsübung an der Ostseeküste: Mit einem Großmanöver zeigt die Nato, wie europäische Verbündete die Ostflanke auch direkt über schon bedrohte Strandabschnitte verstärken. Dazu wurden über den Truppenübungsplatz Putlos Soldaten, Waffensysteme und Material von Schiffen aus abgesetzt, eine sogenannte amphibische Landeoperation.

«Das Bündnis ist geschlossen, es ist handlungsfähig und handlungsbereit, es ist einsatzbereit und zugleich zeigt es, was die europäischen Partner innerhalb der Nato leisten», sagte Verteidigungsminister Boris Pistorius (SPD) als Beobachter der Übung. «Wenn an der Ostflanke etwas passiert, dann müssen Nato-Truppen schnell verlegt werden und das natürlich durch Deutschland.» 

«Steadfast Dart 26» ist die größte Nato-Übung in diesem Jahr und findet turnusgemäß ohne direkte Beteiligung der US-Streitkräfte statt. An der amphibischen Anlandung sind nach Nato-Angaben 15 Schiffe mit mehr als 2.600 Soldaten beteiligt. 

Insgesamt sind rund 10.000 Soldaten, mehr als 1.500 Fahrzeuge und 17 Schiffe aus 13 Nationen Teil des Manövers. Die größten Beiträge kommen aus südeuropäischen Ländern wie Italien, Spanien und Griechenland sowie der Türkei.

Erst kommen Taucher und Spezialkräfte 

Taucher machen den Anfang und steigen aus dem Wasser auf den schneebedeckten Strand, um den Küstenabschnitt zu sichern. Kurz darauf kommen Spezialkräfte auf Schnellbooten an. Am Himmel dröhnen Kampfflugzeuge hoch über der Küste, die – dem Szenario folgend – gegnerische Ziele bekämpfen. 

Kampfschrauber kreisen über dem Strand, um den ersten Kräften am Boden Luftunterstützung zu geben. Es folgen gepanzerte amphibische Angriffsfahrzeuge des türkischen Typs Zaha. Die Schwimmpanzer schieben eine Bugwelle vor sich her und rollen unter Getöse auf den Strand. Anwesende Offiziere beschreiben die Komplexität im Zusammenspiel von Landstreitkräften, Marine und Luftwaffe als herausfordernd.

Die beteiligten Männer und Frauen sind Verstärkungskräfte der sogenannten Allied Reaction Force (ARF), auch als «Speerspitze der Nato» bezeichnet. Die rund 40.000 Soldaten zählende Eingreiftruppe wird in erhöhter Bereitschaft gehalten.

«Zeichen der Einheit und der Stärke»

Mit der Verlegung der Allied Reaction Force zeige die Nato, «dass wir in einer möglichen Krise sehr schnell einem möglichen Gegner aufzeigen können, wo die roten Linien liegen», sagte Nato-General Ingo Gerhartz, der im niederländischen Brunssum das Kommando über das operative Hauptquartier («Allied Joint Force Command») hat. 

Dieses Nato-Kommando ist für die Verteidigung Mitteleuropas zuständig – vom Atlantik bis zur östlichen Grenze des Bündnisses. Gerhartz war zuvor Chef der Deutschen Luftwaffe. Nun ist er das deutsche Gesicht im operativen Gesicht der Nato.

Dass die schnellen Kräfte in diesem Jahr aus Nationen aus Südeuropa bestehen - Spanien, Türkei, Griechenland, Italien - bezeichnet Gerhartz als «ganz wichtiges und deutliches Zeichen der Einheit und der Stärke dieser Nato».

Deutschland als Drehscheibe der Nato

In der neuen Bedrohungslage kommt Deutschland mit der wirtschaftlichen Kraft und der geografischen Lage eine besondere Rolle zu. Die Nato nutzt den Begriff Drehscheibe für einen möglichen Aufmarsch der Verbündeten als Reaktion auf einen drohenden russischen Angriff.

Dass die Anlandung von Truppen über einen deutschen Küstenabschnitt erfolgt, ist Konzept der Übung, muss aber nicht dem Einsatz im Ernstfall entsprechen. Die Militärexperten sprechen von einer «Übungskünstlichkeit». Im Fall der Fälle würde die Anlandung wohl eher im Baltikum erfolgen, also näher an der Ostflanke.

Die nach Deutschland verlegten Truppen gehen nun in weitere Übungen. Auf dem Truppenübungsplatz Bergen in der Lüneburger Heide werden der Kampf zu Lande und die dafür nötigen Waffensysteme demonstriert. Ukrainer werden auch den Kampf mit und die Bekämpfung von Drohnen vorführen. 

Von den Fronterfahrungen der Ukrainer soll die Bundeswehr künftig verstärkt profitieren. Die Regierungen in Berlin und Kiew haben mit einem Abkommen den Weg dafür geebnet, ukrainische Ausbilder in der Bundeswehr einzusetzen. Geplant ist, vor allem an den Truppenschulen des Heeres die Erfahrungen ukrainischer Soldaten in die Ausbildung einfließen zu lassen.

Generalinspekteur: müssen uns einer realen Bedrohung stellen 

«Der Krieg in der Ukraine ist keine Blaupause, aber er ist ein Lehrmeister. Das heißt, wir treffen die Ableitung aus dem Krieg in der Ukraine. Wir können aber nicht sagen, dass ein Krieg in der Zukunft genauso aussehen wird», sagte Generalinspekteur Carsten Breuer in Putlos. «Diese Ableitungen zu treffen und sie sinnvoll hier auch mit hineinzubringen, auch dazu dient diese Übung.»

Europas Sicherheitslage sei so unsicher wie seit Jahrzehnten nicht mehr. Russland richte seine Streitkräfte weiter nach Westen aus, rüste auf und ziehe Lehren aus dem Krieg in der Ukraine.

 «Wir müssen uns einer realen Bedrohung stellen», sagt Breuer. Und: «Teil dieser Vorbereitung sind solche Übungen, wie wir sie heute hier sehen und damit auch Teil der Abschreckung.»

Verteidigung / Nato / Militär / Bundeswehr / Deutschland / Spanien / Türkei
18.02.2026 · 14:35 Uhr
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