Richterwahl-Chaos: Drohungen gegen SPD-nominierte Juristin sorgen für Aufsehen
Die Kontroverse um die Richterwahl am Bundesverfassungsgericht zieht weiter Kreise. Die von der SPD vorgeschlagene Staatsrechtlerin Frauke Brosius-Gersdorf sieht sich nach der gescheiterten Wahl im Bundestag mit ernsthaften Drohungen konfrontiert. In der Talkshow "Markus Lanz" berichtete sie von bedrohlichen E-Mails und verdächtigen Postsendungen, die an ihren Lehrstuhl adressiert wurden. Angesichts der aktuellen Gefährdungslage sah sich Brosius-Gersdorf gezwungen, ihre Mitarbeitenden aus Sicherheitsgründen vom Arbeitsplatz fernzuhalten.
Brosius-Gersdorf gab an, dass die negative Berichterstattung über den Vorfall nicht spurlos an ihr vorbeigegangen sei und auch ihr persönliches Umfeld belastet habe. Die Wahl von neuen Richterinnen und einem Richter für das höchste deutsche Gericht war kurzfristig von der Agenda des Bundestages gestrichen worden, nachdem der Widerstand gegen die von der SPD unterstützte Kandidatin innerhalb der Union unüberwindbar schien. Die Koalitionspartner konnten sich letztlich nicht auf eine gemeinsame Unterstützung einigen.
In einer öffentlichen Erklärung über eine Anwaltskanzlei distanzierte sich Brosius-Gersdorf klar von den gegen sie erhobenen Vorwürfen einer extremen politischen Gesinnung. Sie betonte, dass die Beschreibungen ihrer Haltung als "ultralinks" oder "linksradikal" diffamierend seien und nicht der Realität entsprächen.

