Rheinmetall plant Fokus auf Rüstung: Kursgewinne im vorbörslichen Handel

Rheinmetall-Aktionäre zeigen sich erfreut über die jüngsten Entwicklungen: Der Konzern gab nach Börsenschluss bekannt, dass er sein Autogeschäft veräußern möchte, um sich verstärkt auf die Rüstungssparte zu konzentrieren. Am Donnerstagmorgen verzeichneten die Papiere auf Tradegate einen Anstieg von 2,3 Prozent im Vergleich zu Xetra, was eine Fortsetzung der Erholung vom Vortag signalisiert.
Analyst Afonso Osorio von Barclays bewertet diesen Schritt als positiv, wenn auch nicht überraschend, was die verhaltene Kursreaktion erklärt. Rheinmetall plant, mit zwei Interessenten in Verhandlungen zu treten und peilt eine Vertragsunterzeichnung im ersten Quartal an.
Diese Neuausrichtung geht einher mit der buchhalterischen Trennung der Sparte Power Systems und ihrer Tochtergesellschaften vom Konzern. Das verbleibende Geschäft soll dieses Jahr dennoch um 30 bis 35 Prozent wachsen, obwohl diese Prognose leicht unter den bisherigen Erwartungen für das Rüstungssegment liegt.
Chloe Lemarie von Jefferies führt die gedämpfte Wachstumsprognose auf Herausforderungen in einem Werk in spanischen Murcia und weitere Verzögerungen zurück. Trotz des Kursrückgangs von bis zu 30 Prozent seit dem Rekordhoch im Oktober sehen Analysten wie Osorio und David Perry von JPMorgan derzeit eine gute Einstiegsmöglichkeit in Rheinmetall. Sie weisen darauf hin, dass Gespräche über ein Ende des Ukraine-Krieges am Markt zwar für Unsicherheit gesorgt haben, ein Waffenstillstand jedoch nicht zwangsläufig niedrigere Verteidigungsausgaben zur Folge haben wird.

