Rheinmetall fokussiert sich auf Rüstung: Verkauf des zivilen Geschäfts geplant

Der Rheinmetall-Konzern plant, sich stärker auf sein Kerngeschäft der Rüstung zu konzentrieren und seine zivilen Geschäftsbereiche abzustoßen. Aktuell verhandelt das Unternehmen mit zwei potenziellen Käufern über den Verkauf der Zivilsparte, wobei eine Vertragsunterzeichnung für das erste Quartal 2026 angestrebt wird. Bereits seit April führt der Konzern Gespräche mit Interessenten, um diesen strategischen Schritt voranzutreiben.
Der zu veräußernde Geschäftsbereich umfasst vor allem die Automobilzulieferung sowie Teile für die Energiewirtschaft. Im Rahmen der Konzernstrategie werden diese Geschäftsbereiche buchhalterisch als nicht fortgeführte Bereiche behandelt, was zur Anpassung der Unternehmensprognosen führte.
Während in der Vergangenheit bereits über einen möglichen Verkauf spekuliert wurde, blieb die Kursreaktion auf die Bekanntgabe dieser Entscheidung verhalten. Experten wie Barclays-Analyst Afonso Osorio sehen den eingeschlagenen Weg als sinnvoll an, da die Rüstungssparte seit Langem den wesentlichen Einfluss auf die Börsenbewertung von Rheinmetall ausübt.
Analysten richten daher ihr Augenmerk auf die künftigen Perspektiven: Der erwartete Umsatz im weitergeführten Rüstungsgeschäft wurde um fünf Prozent nach unten korrigiert. Verzögerungen, unter anderem in einem Werk in Murcia, werden als Gründe genannt. Besonders ungewiss bleibt die Entwicklung des operativen Ergebnisses (Ebita), da bisher keine Margenprognosen für den Verteidigungssektor veröffentlicht wurden.
Im Bereich des freien Barmittelflusses hingegen erwartet das Unternehmen eine deutliche Verbesserung. Insgesamt prognostiziert Rheinmetall für die fortgeführten Geschäfte in diesem Jahr ein Umsatzwachstum von 30 bis 35 Prozent im Vergleich zum Vorjahr, bei einer anvisierten operativen Ergebnismarge zwischen 18,5 und 19 Prozent.
Der Konzern profitiert erheblich vom Rüstungsboom, insbesondere durch die erhöhte Nachfrage infolge des Ukraine-Konflikts. Rheinmetall plant, seine Produktionskapazitäten deutlich auszubauen, um die steigende Nachfrage nach Artillerie, Munition, Flugabwehr und Panzern zu bedienen. Dazu gehört die direkte Belieferung der Ukraine ebenso wie die Unterstützung von NATO-Staaten bei der Modernisierung ihrer Bestände.

