[REVIEW] INSIDE: Fesselnde Story, grandiose Atmosphäre. Perfektes Spiel?

12. September 2016, 14:05 Uhr · Quelle: klamm.de

Es ist bereits eine Weile her, dass der neue Titel aus dem Hause Playdead seinen Weg auf die Konsolen und PCs dieser Welt fand. Und endlich konnte auch ich mich von seinen Vorzügen überzeugen. Die Macher von LIMBO haben einmal mehr alles richtiggemacht. Mit INSIDE erschien am 29. Juni 2016 ein Jump’n’Run Puzzle-Adventure, das vor Atmosphäre und düsterem Setting nur so strotzt.

DER MENSCH – EINE LEERE HÜLLE

Wir schlüpfen dabei in die Rolle eines kleinen Jungen mit rotem Pullover, ohne Gesicht. Wir springen, schwimmen und rennen durch eine surreal wirkende Welt voller grotesker Gestalten und Ereignisse. Offenbar befinden wir uns auf einer Reise, einer Suche. Aber wonach? Diese Frage stelle ich mir von Areal zu Areal immer häufiger. Dabei schafft es Playdead, die Spannung langsam aber sicher, immer weiter aufzubauen – ebenso wie die Neugier auf unser Ziel.

Klar ist, irgendetwas stimmt hier nicht. In düsteren Wäldern und riesigen Lagerhallen finden sich überall coconartige Metallkabinen mit einem Bullauge an der Vorderseite, gerade groß genug für einen… Menschen. Das assoziiere ich zumindest beim Anblick des Objekts, zumal ich an einer Stelle im Spiel an einer Lichtung vorüberschleiche, auf der „Menschen“, massenhaft in einen LKW geladen werden. Auch wenn die Kreaturen wie Menschen aussehen, scheinen es doch irgendwie keine zu sein. Sie wirken leblos, fast zombieartig; mehr wie eine menschliche Hülle. Verladen und delegiert werden sie offensichtlich von „echten Menschen“, die jedoch allesamt weiße Masken tragen. Von ihnen geht eine viel größere Gefahr aus, als von diesen leeren Hüllen. Mit Taschenlampen und Schusswaffen ausgestattet, hetzen sie entweder ihre Hunde auf uns oder eröffnen ohne zu zögern das Feuer… auf einen kleinen Jungen. Die Sterbeszenen in diesem Spiel haben es immerhin in sich. Ob Genickbruch, erschossen oder vom Hund zerfleischt, Playdead übertreibt es nicht mit Blut und exzessiver Gewalt, nimmt aber auch kein Blatt vor… das Design.

Auf unserem Weg, wohin auch immer, stehen wir immer wieder vor neuen Herausforderungen und Hindernissen, die es mit Geschick und ein wenig Grips zu überwinden gilt. Ein nicht seltenes Element bei INSIDE, ist die Gedankenkontroller leblos herumliegender leerer Menschen. Von Zeit zu Zeit gelangen wir an Orte, an denen eine Art Helm an einem Stromseil von der Decke hängt. Springen wir mit dem Kopf voran an diesen Helm, bleiben wir quasi daran haften und übernehmen, scheinbar mit der Kraft unserer Gedanken und diesem Helm, die Kontrolle über die Kreaturen. Wir steuern sie, bewegen sie von links nach rechts, springen und interagieren mit Objekten.

Je tiefer wir in das Spiel eintauchen, desto beklemmender wirkt das Setting. Mehr und mehr beschleicht mich das Gefühl, wir sind nicht unbedingt auf der Erde – zumindest nicht zur heutigen Zeit. Teilweise wirkt alles postapokalyptisch, befremdlich. Ja, die Atmosphäre ist zweifelsohne gelungen. Und auch wenn wir noch keinen blassen Schimmer von der Story haben, fesselt das Game und weckt von Minute zu Minute meine Neugier, was zum Henker hier vor sich geht. Ich weiß Spiele wirklich sehr zu schätzen, die es verstehen zu fesseln, sodass man nicht aufhören kann oder auch möchte. Es scheint aber definitiv etwas mit dieser „Ernte der leeren Menschen“ zu tun zu haben. Irgendwelche Versuche vielleicht? Zu Hunderten werden sie, wie am Fließband, verfrachtet und transportiert… und wo sie hingehen, scheinen auch wir hinzuwollen.

BEWEGUNGSFÄHIG

Ich habe mich dazu entschlossen, das Game mit dem Controller zu spielen. Mit Tastatur und Maus dürfte es aber auch nicht allzu kompliziert werden, da sich das Gameplay aufs Wesentliche beschränkt: laufen, hüpfen, interagieren. Also sind wir mit dem Analogstick und zwei Tasten bestens versorgt. Wir bewegen uns nach guter, alter Sidescroll-Manier von links nach rechts – und unglücklicherweise (aber auch nur weil’s so gruselig ist) immer weiter nach unten in die Tiefe. Das gilt nicht nur für die Ebenen an sich, sondern auch für eine ausgeklügelte Unterwasserwelt, die beklemmender kaum sein könnte. Hier haben wir teilweise sogar die Möglichkeit, mit einem keinen, kugelförmigen U-Boot umher zu tauchen und anhand von kraftvollen Schüben, Wände zu durchbrechen. Zur Info: Das Licht des U-Bootes spielt, ab einem bestimmten Zeitpunkt, unter Wasser eine ernstzunehmende Rolle. Just saying. Des Weiteren können wir mit verschiedenen Objekten interagieren und sie unterstützend anwenden.

OPTISCH EINWANDFREI, MUSIKALISCH GRANDIOS

Grafisch macht INSIDE einiges her. Hier wird auf simples Design gesetzt, allerdings liebevoll detailliert dargestellt. Hochwertige Effekte runden das Konstrukt gekonnt ab. Die Entwickler haben einige Grundlagen vom erfolgreichen Vorgänger LIMBO aufgegriffen und auch im aktuellen Titel verarbeiten können – kaum zu übersehen. Natürlich mit einigen Änderungen. Diese mögen eher unscheinbar sein, sorgen aber für ein komplett anderes Spielgefühl und man hat zu keinem Zeitpunkt den Eindruck, man würde bloß eine Kopie von LIMBO vor sich haben. Ein bisschen mehr Farbe ist es dann doch geworden, aber gerade nur so viel, um das düstere Setting nicht zu „zerstören“.

Und was ich nebenbei noch sehr zu schätzen weiß, ist der wunderbare Soundtrack. Auf eine „ablenkende“ Geräuschkulisse wurde weitestgehend verzichtet; das Rauschen der Baumkronen im Wald oder plätscherndes Wasser sind meist schon mehr als genug, da die Umgebung ansonsten nahezu still ist. Worauf hier besonders viel Wert gelegt wurde, waren eher die Soundeffekte: Das Marschieren der leeren Menschen, das Bellen der Hunde, knarzende Türen oder in sich zusammenfallende Bretteretagen. Jeder Effekt wird gezielt eingesetzt und sorgt für ein perfektes Zusammenspiel zwischen den Ereignissen und der Umgebung. Kurz aufdonnernde Soundpassagen oder latente Streichmusik sorgen für eine perfekte Atmosphäre.

FAZIT

Gibt es einen negativen Aspekt? Ich habe keinen gefunden. Das Spiel weiß zu fesseln und löst die passenden Emotionen aus, die dieses Spiel ausmachen. Dem Script scheint eine grandiose Story zugrunde zu liegen, die man unbedingt erfahren möchte. INSIDE steht seinem Vorgänger LIMBO in nichts nach und ich für meinen Teil möchte behaupten: Er ist sogar noch besser (persönliche Meinung). Es passiert nicht oft, dass man ein Spiel so verschlingt – oder auch von einem Spiel so verschlungen wird. Ein nahezu perfektes Spiel, wenn einem das Genre zusagt.

- by Lex4ria

Review / Playdead / INSIDE / LIMBO / Puzzle-Platformer
12.09.2016 · 14:05 Uhr
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