Rentenreform: Debatte um Rentenalter entzweit Politik
Inmitten der kontroversen Diskussion um eine Reform des deutschen Rentensystems hat Karl-Josef Laumann, Sozialminister von Nordrhein-Westfalen und Mitglied der CDU, scharfe Kritik an der Idee einer 'Rente mit 70' geäußert. Laut Laumann gibt es innerhalb Europas nur wenige Länder, die ein höheres Renteneintrittsalter als Deutschland haben. Zudem sieht der Minister keinen Anlass zur Annahme, dass die Renten in Deutschland übermäßig hoch wären.
Besonders verärgert zeigte sich Laumann über Äußerungen, die aus den Reihen der politischen Jugendverbände kommen. Diese fordern eine Erhöhung des Rentenalters, während viele ihrer Mitglieder laut Laumann selbst noch mit 35 Jahren Studentenstatus haben. Stattdessen legt der Sozialpolitiker Wert darauf, Arbeitskräften, die bereits in jungen Jahren in das Berufsleben eingetreten sind, die Möglichkeit zu bieten, früher in den Ruhestand zu gehen.
Der Vorsitzende der Jungen Gruppe der Unionsfraktion im Bundestag, Pascal Reddig, brachte in einem Interview mit der 'Welt' hingegen eine andere Perspektive ein. Er plädiert dafür, sich auf verlängerte Arbeitszeiten einzustellen und sich von einigen nicht zwingend notwendigen, jedoch kostspieligen Annehmlichkeiten des gegenwärtigen Rentensystems zu verabschieden. Eine mögliche Lösung sieht Reddig in der Rente mit 70 oder alternativ in einer schrittweisen Erhöhung des Renteneintrittsalters.

