Rekordjagd an Europas Börsen: Pharmaindustrie beflügelt EuroStoxx 50
Der EuroStoxx 50 zeigt sich zur Wochenmitte in Hochform: Der führende Index der Eurozone erklomm ein neues Rekordhoch und legte um 0,93 Prozent auf 5.581,21 Punkte zu – die neue Bestmarke liegt nun bei über 5.590 Zählern. Die positive Stimmung war jedoch nicht auf den Euroraum beschränkt, denn auch die übrigen großen europäischen Aktienmärkte präsentierten sich freundlich. Besonders stark profitierte die dynamische Entwicklung von Neuigkeiten aus der Pharmabranche in den USA. Jenseits des Euroraums verzeichnete der schweizerische SMI bemerkenswerte Gewinne, angeführt von seinen Pharmaschwergewichten, und kletterte um 2,07 Prozent auf 12.360,13 Punkte. Auch der britische FTSE 100 konnte mit einem Anstieg von 1,03 Prozent auf 9.446,43 Punkte überzeugen, besonders begünstigt durch das Interesse an Unternehmen wie Astrazeneca, GSK und Hikma Pharma.
Den Anlass für den Aufwind lieferte eine Vereinbarung im Dauerkonflikt über Medikamentenpreise in den USA. Die US-Regierung konnte mit dem Pharma-Riesen Pfizer eine erste Lösung erzielen: Im Gegenzug für Zollerleichterungen verpflichtete sich das Unternehmen, die Medikamentenpreise im Rahmen von Medicaid zu senken. Präsident Donald Trump kündigte an, dass weitere ähnliche Abkommen mit anderen Konzernen folgen sollen, was der Markt mit Erleichterung aufnahm.
Der Shutdown der US-Regierung hat die Märkte bislang unbeeindruckt gelassen, birgt jedoch das Potenzial, die Lage zu verschärfen. "Die Hoffnung bleibt, dass in den kommenden Tagen eine Einigung erzielt und der Stillstand überwunden wird", meint Jürgen Molnar, Marktstratege bei Robomarkets. Doch jeder weitere Tag ohne Fortschritt erhöht die Brisanz des Themas nachhaltig. Diese Situation erschwert die Veröffentlichung zentraler Wirtschaftsdaten und könnte sich problematisch für die US-Notenbank Fed erweisen. Immerhin steht Ende Oktober die nächste Zins-Sitzung an, und auch ohne die noch fehlenden Daten steckt das Komitee in der Zwickmühle zwischen einem schwachen Arbeitsmarkt und einer inflatorischen Entwicklung, so Eric Winogard, Chefvolkswirt USA bei AllianceBernstein.

