Redcare Pharmacy unter Druck: Analystenkommentare verunsichern Anleger
Die Aktien der Online-Apotheke Redcare Pharmacy stehen momentan im Rampenlicht – jedoch nicht im positiven Sinne. Nach einer skeptischen Beurteilung des Analysehauses Kepler Cheuvreux erlitten die Papiere am Mittwoch einen erheblichen Kursrückgang und erreichten mit 94,40 Euro den tiefsten Stand seit Herbst 2023.
In einer Reaktion auf den kritischen Bericht, der auf potenzielle Geschäftsrisiken hinwies, zeigte sich Redcare zuversichtlich und bewirkte dadurch eine leichte Erholung des Aktienkurses. Am Nachmittag erholten sich die Papiere auf 103,30 Euro, was einem Abschlag von rund elf Prozent entspricht. Nichtsdestotrotz bleibt der Kursverlust im laufenden Jahr drastisch, da die Aktie bereits mehr als ein Fünftel ihres Wertes einbüßte und zu den schwächeren Titeln im MDax zählt.
Kepler-Analyst Sven Sauer beleuchtet insbesondere die Herausforderungen, die mit der Umstellung von CardLink zur GesundheitsID als Zugangsmethode für E-Rezepte ab April 2026 verbunden sind. Für ihn besteht ein erhebliches Risiko, dass viele Kunden, die nicht über eine GesundheitsID verfügen, aus dem Bestellprozess herausfallen könnten. Diese strukturellen Veränderungen könnten die Wachstumsstory von Redcare nachhaltig beeinträchtigen.
Redcare hingegen zeigte sich optimistisch. Das Unternehmen verwies in einer Erklärung darauf, dass die Berichterstattung keine Neuigkeiten enthalte und sicherte einen reibungslosen Übergang auf die neue PoPP-Technologie zu, die weiterhin eine einfache Nutzung von E-Rezepten ermöglichen soll.
Die Aktien des Konkurrenten DocMorris blieben überraschend stabil, obwohl diese im Verlauf der Woche ein Rekordtief verzeichneten. Die positive Einschätzung durch die Baader Bank, die eine Hochstufung auf 'Add' vornahm, stützt die Aktien. Diese Heraufstufung basiert auf der verbesserten Bilanzstabilität und dem robusten Wachstumsausblick des Unternehmens.

