Superreiche in Deutschland: Konzentration des Vermögens nimmt zu
Vermögensverteilung in Deutschland
Eine aktuelle Analyse der Boston Consulting Group (BCG) zeigt, dass etwa 5.000 Superreiche in Deutschland mehr als 25 Prozent des gesamten Finanzvermögens des Landes kontrollieren. Dies entspricht einem Wert von knapp 3,4 Billionen Dollar aus einem Gesamtvermögen von 12,4 Billionen Dollar. Die Studie, die in ihrer 26. Ausgabe veröffentlicht wurde, prognostiziert, dass die Zahl der Personen mit einem Vermögen von über 100 Millionen Dollar bis 2025 um etwa 1.100 steigen wird.
Prognosen und Trends
Die BCG hebt hervor, dass die Superreichen im vergangenen Jahr insbesondere von den positiven Entwicklungen an den Aktienmärkten profitiert haben. Bis 2030 wird ein Anstieg ihres Anteils am Finanzvermögen auf 29 Prozent erwartet. Michael Kahlich, Partner bei BCG, betont: "Die Konzentration des Vermögens an der Spitze nimmt weiter zu - wer mehr hat, kann breiter streuen und in renditestärkere Anlageklassen wie Aktien oder Private Equity investieren."
Ungleichheit im Finanzvermögen
Im Gegensatz zu den Superreichen steht eine große Mehrheit von rund 66 Millionen Menschen in Deutschland, deren Finanzvermögen unter 250.000 Dollar liegt. Diese Gruppe besitzt lediglich 35,9 Prozent des gesamten Finanzvermögens. Zudem gibt es etwa 3,2 Millionen Menschen mit einem Vermögen zwischen 250.000 und einer Million Dollar, die zusammen 11,3 Prozent des Vermögens ausmachen. Zusammen mit den über 700.000 Multimillionären halten die Superreichen mehr als die Hälfte des Finanzvermögens in Deutschland.
Analysen und Daten
Die BCG-Studie umfasst 97 Märkte, die 98 Prozent der globalen Wirtschaftsleistung repräsentieren, und basiert auf Daten von über 100 Banken und Vermögensverwaltern. Das Finanzvermögen wird dabei als Summe aus Bargeld, Kontoguthaben, Aktien, Anleihen, Lebensversicherungen, Fonds, Pensionen sowie Sachwerten wie Immobilien und Edelmetallen definiert, wobei auch Verbindlichkeiten einbezogen werden.
Herausforderung für den Vermögensaufbau
Das Nettovermögen der Deutschen wird für 2025 auf etwa 23,3 Billionen Dollar geschätzt, was einem Anstieg von rund 15 Prozent entspricht. Die Finanzvermögen profitierten von einer starken Börsenentwicklung und stiegen um fast 18 Prozent. Während die Sachwerte, insbesondere Immobilien, auf 13,4 Billionen Dollar anwuchsen, machten sie mehr als die Hälfte des Gesamtvermögens aus.
Trotz dieser positiven Entwicklung bleibt die deutsche Anlegermentalität vorsichtig. Kahlich merkt an: "Die Deutschen bleiben vorsichtige Anleger. Einlagen und Bargeld dominieren weiterhin die Vermögensstruktur privater Haushalte. Gleichzeitig sehen wir, dass ETFs, Aktien und kapitalmarktorientierte Anlagen stetig an Bedeutung gewinnen." Die anhaltend schwache Wirtschaft, eine alternde Bevölkerung und eine wenig ausgeprägte Aktienkultur wirken sich jedoch negativ auf den Vermögensaufbau aus.
Globale Trends
Weltweit ist ein kräftiger Anstieg des Nettovermögens zu verzeichnen, das laut BCG um über 9 Prozent auf 550 Billionen Dollar gewachsen ist. Besonders die Finanzvermögen stiegen 2025 um nahezu 11 Prozent, was das stärkste Plus seit 2021 darstellt. Im internationalen Vergleich stehen die USA mit 147 Billionen Dollar an der Spitze, gefolgt von China mit 41,5 Billionen, Japan mit 15,6 Billionen und Deutschland mit 12,4 Billionen Dollar.

