Rechtsunsicherheit für US-Investoren: Die Trump-Ära und ihre Folgen
Der Fondsmanager Christoph Frank lenkt die Aufmerksamkeit der globalen Investmentindustrie auf ein bislang wenig beleuchtetes Thema: die Rechtssicherheit bei Investitionen, insbesondere in den USA. Obwohl die Vereinigten Staaten lange als Garant für stabile Investitionsbedingungen galten, könnten aktuelle politische Entwicklungen Anleger zunehmend verunsichern.
Unter der zweiten Amtszeit von Präsident Donald Trump hat sich die Rechtslage für Investoren spürbar verändert. Der Regierungsapparat zeigt, mit Blick auf Frank, zunehmende Tendenzen, rechtsstaatliche Grundprinzipien zu unterhöhlen. Insbesondere die Einflussnahme auf Unternehmensentscheidungen, wie das Verbot von Aktienrückkäufen oder die Einführung von Zinsobergrenzen für Kreditkartenunternehmen, sorgt für Stirnrunzeln unter Investoren.
Trotz ihrer anhaltenden Anziehungskraft auf globales Kapital sieht Frank die USA auf einer Skala zwischen völliger Rechtssicherheit und akuter Gefahr für das Kapital einen Schritt weiter Richtung Unsicherheit rücken. Den Kurs der Trump-Regierung beschreibt er als unvorhersehbar und mit einem beachtlichen Risiko behaftet, das Investitionsklima für ausländisches Kapital negativ zu beeinflussen.
Langfristig könnte die US-Politik die strukturellen Wettbewerbsvorteile der Nation gefährden: Rechtsstaatlichkeit, Offenheit und Verlässlichkeit. Sollten institutionelle Anleger auf diese Veränderungen reagieren, könnte dies weitreichende Folgen für den globalen Aktienmarkt haben. Besonders im Hinblick auf den dominanten Anteil der USA am MSCI World Index stellt diese Entwicklung ein ernstzunehmendes Risiko dar.
Deutschland hat derweil bittere Nachholarbeit zu leisten, um von einer etwaigen Kapitalverlagerung zu profitieren. Trotz spektakulärer Performance-Unterschiede in den letzten Jahrzehnten zwischen dem US-Leitindex S&P 500 und dem DAX scheinen sich auf kürzere Sicht neue Chancen zu eröffnen.

