Rally der "Glorreichen Sieben": KI-getriebene Technik-Aktien im Höhenflug
Die aktuelle Hausse bei großen Technologieaktien, angetrieben durch künstliche Intelligenz, hat laut Strategen der Bank of America noch erhebliches Aufwärtspotenzial. Die Experten um Michael Hartnett geben Einblicke, wie Investoren sich auf eine mögliche KI-Blase vorbereiten können. In den letzten 120 Jahren haben Börsenblasen von Beginn bis zum Höchststand im Durchschnitt um 244% zugelegt. Zu diesen Spitzenzeiten lag das durchschnittliche Kurs-Gewinn-Verhältnis bei 58, während Aktien 29% über ihrem 200-Tage-Durchschnitt notierten.
Hartnett bezeichnet die Gruppe der "Glorreichen Sieben", führend im Technologiesektor, als besten Indikator für die Blasenbildung von heute. Seit März 2023 ist der Kurs dieser Technologieriesen um 225% gestiegen, und ihr KGV beläuft sich aktuell auf 39, bei gleichzeitig 20% über ihrem 200-Tage-Durchschnitt. Dies deutet darauf hin, dass der zenith noch nicht erreicht ist.
Während einige Marktbeobachter vor einer Blasenbildung im Technologie-Sektor warnen, strömen Investoren angesichts der starken Marktstellung, soliden Bilanzen und der KI-Führungsposition der "Glorreichen Sieben" dennoch in Scharen herbei. Der Kursaufschwung erlebte in diesem Jahr zwar mehrfach Rückschläge, darunter auch durch den chinesischen Start-up DeepSeek und Unsicherheiten über Präsident Trumps Zölle im März und April. Seit April erholten sich die Aktien jedoch um 60%, bedingt durch eine optimistischere Haltung gegenüber KI, starke Unternehmensgewinne, ein liberaleres regulatorisches Umfeld und Hoffnungen auf Zinssenkungen, die sich kürzlich mit der Fed-Zinsentscheidung erfüllten.
Hartnett und sein Team empfehlen Investoren Strategien zum Absichern gegen eine mögliche KI-Blase. Eine davon ist die Barbell-Strategie. Marktblasen begünstigen das Wirtschaftswachstum, welches wiederum günstige, wertorientierte Anlagen anzieht. Als Beispiel wird die Dotcom-Blase genannt und darauf hingewiesen, dass während der damaligen Blase nur der russische Markt die Nasdaq übertraf, da er nach der postsowjetischen Schuldenkrise günstig war. Ähnliche Chancen könnten heute brasilianische und britische Aktien sowie globale Energieaktien bieten. Eine weitere Strategie könnte das Shorten von Anleihen überbewerteter Unternehmen sein, da Anleihen bei Unternehmensschwächen früher reagieren als Aktien. Damals verloren Technologiebonds bereits vor dem Platzen der Dotcom-Blase an Wert.

