Analyst warnt vor starkem Rückgang von Bitcoin im zweiten Quartal

In den letzten Monaten hat der Konflikt im Nahen Osten Druck auf die Kryptomärkte ausgeübt. Bitcoin verzeichnete am Freitag einen Rückgang von fast 3 %, als der Preis von $69.200 auf $66.000 fiel.
Der Analyst Mr. Wall Street, der unter einem Pseudonym auftritt, warnte nun, dass das zweite Quartal von starken Rückgängen geprägt sein könnte, da sich die Risiken sowohl in der Marktstruktur als auch in den makroökonomischen Bedingungen erhöhen.
Kurzfristige Hoffnungen schwinden
In einem aktuellen Beitrag auf X erklärte der Analyst, dass seine frühere Einschätzung von kurzfristigem Optimismus und mittelfristigem Pessimismus nun vollständig in eine bärische Haltung übergegangen ist. Er verwies auf die jüngste Rally von 27 % von $60.000 auf $76.000, die seiner Meinung nach von Marktteilnehmern genutzt wurde, um Liquidität für einen größeren Rückgang zu schaffen.
Seiner Einschätzung nach könnte Bitcoin zwar kurzfristig noch einmal steigen, um Liquidität abzuschöpfen, doch wäre dies nur von kurzer Dauer, bevor ein breiterer Rückgang einsetzt. Angesichts dieser Veränderungen schloss er seine kurzfristigen Long-Positionen bei $68.000 und eröffnete Short-Positionen, während er zusätzliche Short-Orders zwischen $77.000 und $83.000 platzierte, um mögliche Liquiditätsbewegungen auszunutzen.
Er fügte hinzu, dass sich in den letzten Wochen eine große Menge an Liquidität unter dem aktuellen Preis aufgebaut hat, zusammen mit Niveaus aus der Sommer-Range 2024, was die These eines möglichen Bitcoin-Rückgangs auf $40.000-$45.000 unterstützt. Neben technischen Faktoren spielen auch geopolitische Risiken eine entscheidende Rolle. Eine mögliche Eskalation zwischen den USA und Iran könnte eine globale Rezession auslösen, die weitgehend durch einen starken Anstieg der Ölpreise verursacht wird, was sich stark auf risikobehaftete Anlagen wie Bitcoin auswirken könnte.
Volatilität voraus
João Wedson, Gründer von Alphractal, äußerte ähnliche Bedenken hinsichtlich der schwächeren Fundamentaldaten und wies auf eine reduzierte Netzwerkaktivität hin. In seiner jüngsten Analyse stellte Wedson fest, dass die täglichen Transaktionsgebühren von Bitcoin, gemessen in US-Dollar, auf Niveaus gesunken sind, die zuletzt während früherer Markttiefs gesehen wurden und nun zu den niedrigsten der letzten Jahre gehören.
Eine so geringe Gebührengenerierung deutet auf eine schwache Netzwerknachfrage hin, ein Zustand, der historisch zu Phasen intensiver Volatilität geführt hat.
In einem separaten Beitrag warnte Wedson Händler davor, in einem bärischen Markt auf steigende Preise zu setzen, da solches Verhalten oft größeren Akteuren zugutekommt und nicht den Kleinanlegern. Der Analyst erklärte, dass wiederholtes Kaufen in einem Abwärtstrend keine solide Anlagestrategie sei, sondern vielmehr den "Walen" eine Möglichkeit biete, ihre Positionen abzustoßen.

