Ralf Stegner warnt SPD vor Fehlern der Vergangenheit – 'Eine zweite Agenda 2010 wäre fatal'
Der SPD-Bundestagsabgeordnete Ralf Stegner mahnt, bei den geplanten Sozialreformen der Regierung nicht die Fehler der Agenda 2010 zu wiederholen. Der Politiker, der dem linken Flügel der SPD angehört, betont die problematischen Auswirkungen der damaligen Reformen, die unter der Kanzlerschaft von Gerhard Schröder umgesetzt wurden. 'Die Agenda 2010 hat die Stammwählerschaft der SPD massiv verprellt', äußert Stegner im Gespräch mit dem Redaktionsnetzwerk Deutschland.
Zwar erkennt Stegner an, dass die Reformen nicht durchweg unangebracht waren, jedoch kritisiert er den respektlosen Umgang mit Leistungsempfängern sowie den innerparteilichen Kritikern. Die damalige Zustimmung, so Stegner, sei zumeist aus Kreisen gekommen, die nicht der sozialdemokratischen Kernklientel entsprachen. Er unterstreicht die Notwendigkeit von Reformen, die Gerechtigkeit priorisieren, und warnt eindringlich vor den Gefahren, die durch eine als ungerecht empfundene Politik auf die SPD zukommen könnten.
Im Kontext der anstehenden sozialpolitischen Veränderungen übt auch der Deutsche Gewerkschaftsbund (DGB) starken Druck auf die Regierungskoalition aus. Stefan Körzell, Mitglied des DGB-Vorstands, warnt vor unbedachten Einschnitten in die sozialen Sicherungssysteme und mahnt, den gesellschaftlichen Zusammenhalt zu bewahren. Er fordert von der Union und der SPD, eine ernsthafte Diskussion über die wachsende wirtschaftliche Ungleichheit zu führen und betont die Bedeutung der Einbeziehung von Reichen und Superreichen in diese Debatte.
Während die Regierungskommissionen ab Herbst Vorschläge zur Zukunft der sozialen Sicherheit erarbeiten sollen, bleibt die Aufforderung des DGB und der innerparteilichen Kritiker bestehen, sozial ausgewogene und gerechte Reformen anzustreben.

