Grönland unter geopolitischem Druck: USA mit umstrittenen Ambitionen
In der aktuellen Debatte um Grönland zeigt sich die US-Regierung uneins. Während das Weiße Haus militärische Optionen zur Annexion nicht ausschließt, spricht sich Außenminister Marco Rubio für den Kauf der strategisch bedeutsamen Insel aus. Grönland, mit etwa 56.000 Einwohnern weitgehend autonom, steht offiziell unter dem Königreich Dänemark. Doch die dänische Premierministerin Mette Frederiksen lehnt sowohl die Annexionspläne als auch die militärischen Drohungen der USA strikt ab und warnt vor einem möglichen Bruch der Nato im Fall eines Angriffs.
Grönland, sechsmal so groß wie Deutschland, liegt geopolitisch zwischen den USA, Russland und Europa. Das Interesse der US-Regierung an der größten Insel der Welt wird durch die dort verkehrenden russischen und chinesischen Schiffe zusätzlich befeuert. Trump betont, dass es ihm um die nationale Sicherheit und nicht um Bodenschätze gehe, obwohl Experten auf bestehende Nutzungsrechte der USA hinweisen, darunter der US-Militärstützpunkt in Pituffik.
Allerdings zeigt sich auch internationaler Widerstand. Eine Allianz aus Deutschland, Frankreich, Italien und weiteren europäischen Ländern hat sich mit Dänemark und Grönland solidarisiert. Dänemarks Außenminister Lars Løkke Rasmussen äußerte öffentlich seine Besorgnis über Trumps Ambitionen. Derweil wächst in Grönland die Sorge um die Sicherheit und Zukunft angesichts der angespannten Lage.
In den USA stößt Trumps Vorstoß zudem im Kongress auf Widerstand. Politiker beider Parteien plädieren dafür, Dänemarks Souveränität zu achten und bestehende Verträge einzuhalten. Historisch blickt die USA bereits auf mehrere Ankäufe Grönlands zurück, aber alle Bemühungen, zuletzt in den 1970er Jahren, waren erfolglos. So bleibt ungewiss, wie sich die Lage weiter entwickeln wird.

