Rainbow Six Siege gehackt: Ubisoft schaltet Server ab und rollt Fortschritt zurück
Was wie ein absurder Glitch begann, entwickelte sich innerhalb weniger Stunden zu einem der schwersten Zwischenfälle in der Geschichte von Tom Clancy’s Rainbow Six Siege. Spielerinnen und Spieler loggten sich ein und fanden plötzlich Milliarden an Ingame-Währung, Entwickler-Skins und freigeschaltete Inhalte auf ihren Accounts. Kurz darauf zog Ubisoft die Reißleine und schaltete die Server vollständig ab.
Für viele Fans kam das alles zum denkbar schlechtesten Zeitpunkt. Der Taktik-Shooter befindet sich aktuell in einer starken Phase: Jubiläums-Events, tägliche Belohnungen, neue Spielmodi und sogar prominente Crossover sorgten zuletzt für spürbaren Aufwind. Und dann das.
„Was passiert hier gerade?“ – Völliger Kontrollverlust!
Bereits am 27. Dezember häuften sich Berichte aus allen Plattformen. Spieler auf PC, Xbox und PlayStation sahen bizarre Chat-Nachrichten im Spiel, astronomische Mengen an Renown und R6 Credits auf ihren Accounts, teilweise wurden sogar „entwicklerexklusive Skins“ freigeschaltet, die regulär niemals öffentlich nutzbar sind.
Auf Reddit und Foren überschlugen sich die Reaktionen. Einige dachten zunächst an ein Event oder einen Fehler, andere hatten sofort ein ungutes Gefühl. Die Lage eskalierte, als plötzlich „zufällige Bans“ auftauchten. Zu diesem Zeitpunkt war klar: Das hier ist kein normaler Bug!

Rainbow Six: Siege erschien ursprünglich am 01. Dezember 2015 und begeistert seit mehr als 10 Jahren seine Community. – Bild: Ubisoft
Ubisoft bestätigt Vorfall, vermeidet aber das Wort „Hack“
Wenig später meldete sich Ubisoft offiziell zu Wort. Die Server von Rainbow Six Siege sowie der Marktplatz wurden absichtlich offline genommen, um die Situation zu analysieren und einzudämmen. Das Studio sprach zwar nicht explizit von einem Hack, bestätigte aber mehrere entscheidende Punkte via X.com:
- Spieler werden nicht bestraft, wenn sie die erhaltenen Credits ausgegeben haben.
- Alle betroffenen Konten werden auf einen sicheren Stand vor 11:00 Uhr UTC am 27. Dezember zurückgesetzt.
- Die seltsamen Ingame-Nachrichten stammen nicht von Ubisoft, der Ban-Ticker war bereits zuvor deaktiviert.
Zusätzlich stellte Ubisoft klar, dass eine ShieldGuard-Banwelle zwar zeitgleich stattfand, jedoch nicht mit dem Vorfall zusammenhing. Eine wichtige Information, denn viele Spielerinnen und Spieler hatten genau das befürchtet.
Berichte über Bestechung von Ubisoft-Mitarbeitern
Wie die Sicherheitsfirma VX-Underground aufgedeckt hat soll der Kundensupport von Ubisoft seit 2021 Bestechungsgelder angenommen haben, um so Spielern Zugang zu ihren Rainbow Six Siege-Konto wieder zu erlangen. Mithilfe des Kundenservice-Panels sollen Eindringlinge sogar sensible Daten wie vollständige Namen von Spielenden und IP-Adressen abgegriffen haben, wie IBTimes.co.uk berichtet.
Warum dieser Vorfall Ubisoft besonders hart trifft
Der Taktik-Shooter Rainbow Six Siege feierte zuletzt nicht nur sein Jubiläum, sondern auch mehrere Content-Highlights. Dazu gehörten zeitlich begrenzte Events, neue Gameplay-Modifier und sogar eine aufsehenerregende Crossover-Aktionen. Dass ausgerechnet jetzt ein Sicherheitsvorfall dieser Größenordnung passiert, ist für Ubisoft extrem unlustig. Viele Gamer lobten zuletzt den verbesserten Kampf gegen Cheater, umso größer ist jetzt die Enttäuschung. In Community-Posts liest man Sätze wie: „So etwas hätte ich von Siege nicht mehr erwartet“ oder „Das Vertrauen ist gerade weg“.
Bislang hat Ubisoft keine Details zur tatsächlichen Ursache genannt. Ob eine interne Schnittstelle, ein externer Zugriff oder veraltete Systeme ausgenutzt wurden, ist unklar. Ebenso gibt es aktuell keine Bestätigung, dass persönliche Daten wie E-Mail-Adressen oder Passwörter betroffen sind. Trotzdem raten viele Spielerinnen und Spieler zurecht dazu, vorsorglich die eigenen Sicherheitsdaten zu überprüfen.
Der Vorfall zeigt brutal, wie verwundbar selbst etablierte Live-Service-Games sein können. Für Rainbow Six Siege ist das ein herber Rückschlag in einer eigentlich positiven Phase. Gleichzeitig hat Ubisoft schnell reagiert, transparent kommuniziert und versucht, Schaden von Unbeteiligten fernzuhalten. Ob das reicht, um das Vertrauen der Community wieder vollständig zurückzugewinnen, wird sich zeigen. Zu den Feiertagen hatte nicht nur Ubisoft seine Probleme, auch Fortnite war von einigen kleineren Login-Ausfällen betroffen. Selbst der Steam-Store hatte an manchen Tagen so seine Probleme.


