Räumsignale vor Beratungen: Israels Militär verlagert den Einsatz im Gazastreifen
Kurz vor entscheidenden Gesprächen zur möglichen Ausweitung des Gaza-Konflikts hat die israelische Armee die Bewohner des Viertels Al-Saitun dazu aufgefordert, sich in Sicherheit zu bringen. Der in arabischer Sprache kommunizierende Militärsprecher rief die Einwohner dazu auf, unverzüglich in die humanitäre Zone von Al-Mawasi im Süden zu ziehen. Dies deutet auf eine strategische Verlagerung der militärischen Aktivitäten Richtung Westen hin. Seit dem Beginn des Konflikts vor beinahe zwei Jahren, ausgelöst durch das schockierende Massaker der Hamas, sind nahezu alle Einwohner des Gazastreifens zu Binnenflüchtlingen geworden. Wiederholte Angriffe, auch in als sicher geltenden Regionen wie Al-Mawasi, zwingen die Menschen immer wieder, ihre Zufluchtsorte zu wechseln. Am Donnerstag soll das israelische Sicherheitskabinett über einen weitreichenden Plan beraten, der die komplette Kontrolle über den Gazastreifen zum Ziel hat. Dieser Schritt, dem der Premier Benjamin Netanjahu offenbar zuneigt, wird von der Armeeführung jedoch mit Vorsicht betrachtet. Soldaten und Geiseln könnten einem hohen Risiko ausgesetzt werden, warnte Generalstabschef Ejal Zamir, und sprach von möglichen gefährlichen 'Fallen'.

