Rätselhafte Kollision in der Nordsee: Ermittlungen gegen Kapitän der "Solong"
Nach einem dramatischen Zusammenstoß zweier Schiffe in der Nordsee, treiben deren Wracks nun ausgebrannt übers Meer. Die Ermittlungen zur Ursache des Unglücks laufen auf Hochtouren. Im Mittelpunkt steht der 59-jährige Kapitän des Containerschiffs "Solong", der wegen des Verdachts der fahrlässigen Tötung festgenommen wurde. Die deutsche Reederei Ernst Russ identifizierte ihn am Dienstagabend. Behörden prüfen, ob grobe Nachlässigkeit zur verhängnisvollen Kollision führte, dabei üben sie sich aktuell noch in Zurückhaltung hinsichtlich weiterer Informationen.
Die "Solong" kollidierte am Montagvormittag mit dem Öltanker "Stena Immaculate". Trotz eines begrenzten Austritts von Flugzeugtreibstoff bleibt das genaue Ausmaß unklar. Laut dem US-Schifffahrtsunternehmen Crowley ist der Treibstoff durch Brände möglicherweise verdampft. Der Tanker hatte 220.000 Barrel Kerosin auf 16 Tanks verteilt, von denen mindestens einer beschädigt wurde. Die Gründe für den Zusammenstoß bleiben rätselhaft, zumal der unter US-Flagge fahrende Tanker zur Kollision durch die unter portugiesischer Flagge fahrende "Solong" gerammt wurde, während er vor Anker lag.
36 Besatzungsmitglieder wurden gerettet, allerdings wird ein Seemann vermisst. Die Suche wurde Montagabend eingestellt, und vom Tod des Mannes wird ausgegangen. Verkehrsministerin Heidi Alexander bestätigte, dass beide Schiffe nach Einschätzungen nicht sinken werden. Der brennende Frachter "Solong" konnte gesichert und von der Küste weggeschleppt werden. Dennoch bleibt die Gefahr eines Dieselaustritts durch die Bergung gebannt, und die Reederei Ernst Russ konnte Berichte entkräften, wonach giftige Substanzen an Bord gewesen seien.

