Quadratur des Kreises: Wacker und Ritter Sport in Rechtsstreit um Verpackungsdesign
Im süßen Wettstreit der Formen treffen ein quadratischer Haferriegel und die legendäre Ritter-Sport-Schokolade aufeinander. Der Mannheimer Produzent Wacker lehnt einen Vergleich mit dem Schokoladenhersteller Ritter Sport ab und hält an seiner rechtlichen Position fest. Das Landgericht Stuttgart hatte zuvor signalisiert, eher zugunsten von Wacker zu entscheiden, während es zugleich einen Kompromiss vorschlug, um einen ausufernden Prozess zu vermeiden. Mit einer Entscheidung wird für den 13. Januar gerechnet.
Ritter Sport befürchtet, die Ähnlichkeit seines seit 1996 patentierten dreidimensionalen Designs könnte durch den „Monnemer Quadrat Bio“-Riegel der Mannheimer beeinträchtigt werden. Der Hersteller aus Waldenbuch verlangt Veränderungen an der Verpackung und den Rückruf ausgelieferter Riegel. Wacker, mit seiner kleinen Mitarbeiteranzahl von rund 30 Personen, präsentierte die quadratische Leckerei schon vor einem Jahr – inspiriert von der Mannheimer Innenstadt mit ihrem quadratischen Grundriss. Doch die Verpackung weckt auch Erinnerungen an das ikonische Schokoladenformat, trotz kleinerer Größe und längerer Seitenlaschen.
Im juristischen Auftakt hat Ritter Sport wenig Aussicht auf Erfolg, da das Gericht eine Verwechslungsgefahr ausschließt und die Klage wahrscheinlich abweisen wird. Doch der rechtliche Disput könnte sich in die Länge ziehen, falls keine Einigung erreicht wird. Ritter-Sport-Anwalt Andreas Schabenberger deutete an, dass eine Fortsetzung des Streits nicht ausgeschlossen sei, falls Wacker nicht von der quadratischen Form abweicht, auch wenn eine Einigung im Raum steht.
Trotz Vorschlägen für eine Lösung bleiben beide Parteien stur. Ein vorgeschlagener Vergleich scheiterte, da Wacker auf ein einseitiges Ultimatum von Ritter Sport stieß. Das Mannheimer Unternehmen stellt sich aber dem Konflikt, entschlossen, auch als kleinerer Mitbewerber für seine Rechte zu kämpfen. Ritter Sport hingegen äußerte sich nicht weiter zu offenen Fragen, um das laufende Verfahren nicht zu kommentieren.

