Quadratur des Kreises: Ritter Sport versus Wacker - Ein süßer Rechtsstreit mit Biss
Das Landgericht Stuttgart hat eine Klage des Schokoladenherstellers Ritter Sport gegen die Mannheimer Firma Wacker abgewiesen, die mit ihren Haferriegeln "Monnemer Quadrat Bio" für Zündstoff gesorgt hatte. Im Zentrum des Rechtsstreits stand die Frage, ob die quadratischen Riegel von Wacker die Markenrechte an den ikonischen Ritter-Sport-Schokoladentafeln verletzen.
Die Schwaben von Ritter Sport sahen ihren guten Namen durch die scheinbare Verwechslungsgefahr bedroht und argumentierten, dass Schokolade und Müsliriegel aufgrund ihrer Zielgruppe und Verwendungsweise ähnlich seien. Doch das Gericht befand: Eine Verwechslungsgefahr zwischen dem süßen Schokoladenklassiker und dem eher gesundheitsbewussten Haferriegel sei unwahrscheinlich.
Wacker, der innovative Snackhersteller aus Mannheim, verfolgt mit mehr als 120 Produkten die Philosophie von Lebensmitteln ohne künstliche Zusatzstoffe. Inspiriert von der quadratischen Anordnung der Mannheimer Innenstadt, brachte das Familienunternehmen im November 2024 die umstrittenen Riegel auf den Markt. Der Prozessbeginn war von unterschiedlicher Kommunikationsbereitschaft begleitet: Trotz Gesprächen abseits des Gerichts wurde keine einvernehmliche Lösung gefunden.
Angesichts der Tatsache, dass das Urteil des Landgerichts noch nicht rechtskräftig ist, steht ein längerer Rechtsweg im Raum. Ritter Sport hatte bereits angedeutet, dass man bereit sei, das Urteil in künftigen Instanzen zu überprüfen. Wacker reagierte pragmatisch, indem es den betroffenen Riegel vorübergehend aus dem Sortiment nahm und stattdessen den "Monnemer Klageriegel" einführte. Matteo Wacker kommentierte die Entscheidung erleichtert, sagte jedoch auch, dass man auf einen Etappensieg hoffe und für den Fall einer Berufung gewappnet sei.
Die wirtschaftlichen Konsequenzen eines langwierigen Rechtsstreits sind für das Unternehmen beträchtlich: Um mögliche Schadenersatzforderungen zu minimieren, wurde der Online-Verkauf des Haferriegels eingestellt. Die Verantwortung für Mitarbeiter und deren Familien steht dabei im Fokus.

