Qiagen im Übernahmefieber: Spekulationen treiben Aktienkurs weiter an
Die Fortsetzung der am Vortag entfachten Übernahmefantasien hat der Qiagen-Aktie am Mittwoch erneut Auftrieb gegeben. Nachdem die Aktie des Labor- und Diagnostikspezialisten bereits am Dienstag nach einem Bloomberg-Bericht um mehr als 12 Prozent gestiegen war, legte sie gegen Mittwochmittag nochmals um 2,8 Prozent auf 45,35 Euro zu.
Im Laufe des Tages erreichte das Papier zeitweise 47,30 Euro und näherte sich damit seinem ein Jahr zuvor verzeichneten Höchststand von 47,36 Euro. Seit Jahresbeginn ist Qiagen mit einem Plus von knapp 17 Prozent einer der Spitzenreiter im Dax, hinter Rheinmetall.
Laut Bloomberg erwägt Qiagen diverse "strategische Optionen", inklusive eines möglichen Verkaufs. Bereits jetzt prüft der Aufsichtsrat das Interesse potenzieller Käufer, unter ihnen strategische Investoren aus den USA. Diese Überlegungen befinden sich noch in einem frühen Stadium, und ein Abschluss der Transaktion ist unsicher.
Während das Qiagen-Management noch keine Stellungnahme zu den Gerüchten abgegeben hat, sieht Analyst Tycho Peterson von Jefferies den Zeitpunkt insbesondere nach dem angekündigten Abschied von Konzernchef Thierry Bernard als äußerst günstig an. Bernard wird das Unternehmen verlassen, sobald ein Nachfolger bestimmt ist.
Peterson geht von einem Interesse mehrerer Bieter aus, da es in der Vergangenheit schon entsprechende Annäherungen gab und Qiagens Produktportfolio seit Ende der Corona-Pandemie stark diversifiziert wurde. UBS-Analyst Dan Leonard vermerkt, dass seit November 2019 Medienberichte über ein Übernahmeinteresse den Markt prägen. Seinerzeit scheiterte eine Offerte des US-Konzerns Thermo Fisher Scientific an der fehlenden Zustimmung der Aktionäre.
Peterson hält einen Übernahmepreis von etwa 60 US-Dollar pro Aktie, umgerechnet etwa 51 Euro, für angemessen, da Qiagens Börsenbewertung hinter der Konkurrenz zurückbleibe, trotz einer starken Wachstumsbasis. UBS-Analyst Leonard bleibt hingegen zurückhaltend und verweist auf die Uneinigkeit zwischen Qiagens Wachstumszielen und der tatsächlichen Entwicklung, was die Prognosen erschwere.

