Qantas erhält Rekordstrafe für illegale Massenentlassungen
Qantas muss die höchste Strafe in der Geschichte des australischen Arbeitsrechts zahlen. Der Bundesgerichtshof verhängte eine Geldbuße von 90 Mio. A$ (rund 59 Mio. US$), nachdem die Airline während der Pandemie 1.820 Bodenmitarbeiter unrechtmäßig entlassen und deren Tätigkeiten ausgelagert hatte.
Richter Michael Lee begründete sein Urteil mit dem „Mangel an echter Reue“ seitens der Fluggesellschaft. Zwar habe Qantas mehrfach öffentlich um Entschuldigung gebeten, doch dies sei „die falsche Art von Sorry“ gewesen. Besonders ins Gewicht fiel, dass die Airline nach dem ursprünglichen Urteil 2021 nicht nur Berufung einlegte, sondern auch gegen eine Entschädigung der Betroffenen argumentierte und die aktuelle CEO Vanessa Hudson dem Gericht fernblieb.
Die Gewerkschaft Transport Workers’ Union (TWU), die das Verfahren angestoßen hatte, sprach von einem „bahnbrechenden Signal“ an alle australischen Unternehmen. 50 Mio. A$ der Strafe sollen direkt an die TWU fließen, über die Verwendung der restlichen 40 Mio. A$ wird noch entschieden. Die Gewerkschaft fordert, diese Mittel an die betroffenen Beschäftigten auszuschütten.
Neben der Strafe hatte Qantas bereits ein separates Entschädigungspaket von 120 Mio. A$ zugesagt. CEO Hudson räumte in einer Stellungnahme ein, dass die Entscheidung zur Auslagerung in einer Zeit massiver Unsicherheit „echtes Leid“ über viele Familien gebracht habe. Dennoch bewertete der Richter die späte Reue eher als Folge des massiven Reputationsschadens.
Der Fall markiert nicht nur einen Wendepunkt in der Kultur von Australiens Traditionsairline, sondern dürfte künftig den Maßstab für die Sanktionierung von Arbeitsrechtsverstößen im Land setzen.


