Putins Militärparade: Ein umstrittenes Spektakel mit internationalen Gästen
Auf dem Roten Platz in Moskau feierte Russland mit einer eindrucksvollen Militärparade den 80. Jahrestag des Sieges der Sowjetunion über Nazi-Deutschland. Die Veranstaltung, die von der Ukraine als "verlogenes Spektakel" kritisiert wurde, bot Kremlchef Wladimir Putin eine Bühne, um den Heldenmut der Roten Armee zu würdigen, die damals Europa von der Diktatur Hitlers befreite. In seiner Rede hob der 72-Jährige hervor, dass Russland auch heute noch ein unüberwindbares Hindernis gegen Nazismus, Russophobie und Antisemitismus darstelle. Unter den internationalen Gästen war auch Chinas Partei- und Staatschef Xi Jinping anwesend.
Die Anwesenheit von Staats- und Regierungschefs aus knapp 30 Staaten, darunter Brasilien und einige frühere Sowjetrepubliken, verlieh dem "Tag des Sieges" zusätzlichen Glanz und demonstrierte laut Putin, dass Russland trotz seiner Invasion in der Ukraine nicht isoliert auf der internationalen Bühne dasteht. Besonders bemerkenswert war die Glückwunschbotschaft von US-Präsident Donald Trump zum Feiertag. Trotz dieser diplomatischen Feinheiten pocht Trump weiterhin auf eine bedingungslose Waffenruhe zwischen Russland und der Ukraine und droht bei Nichterfüllung mit weiteren Sanktionen.
Besondere Beachtung fand die Waffenschau, die erstmals auch Drohnen umfasste. Während Veteranen des Zweiten Weltkriegs und Angehörige von Soldaten die Parade beobachteten, waren die Sicherheitsvorkehrungen aufgrund befürchteter Anschläge besonders streng. So war unter anderem das mobile Internet im Stadtzentrum abgeschaltet, und zahlreiche Geschäfte blieben geschlossen.
Derweil forderte eine Gruppe von mehr als 30 Außenministern und Diplomaten den Aufbau eines internationalen Sondertribunals zur Ahndung des russischen Angriffskriegs gegen die Ukraine. Diese juristische Einrichtung soll in Den Haag eingerichtet werden und für die strafrechtliche Verfolgung von führenden Vertretern der russischen Führung zuständig sein. Bei einem Treffen in Lwiw verabschiedete die Runde eine Erklärung, um das Vorhaben zu unterstützen. Für Deutschland nahm der neu ernannte Außenminister Johann Wadephul an der Diskussion teil und betonte die Notwendigkeit von Konsequenzen für diesen völkerrechtswidrigen Krieg.

