Putin: Warnung vor russischer Bedrohung ist Unsinn
St. Petersburg (dpa) - Kremlchef Wladimir Putin hat die im Westen verbreiteten Warnungen vor einer russischen Gefahr und einem womöglich baldigen Angriff Moskaus auf ein Nato-Land mit Nachdruck als «Unsinn» zurückgewiesen. «Aber meiner Meinung nach ist es nicht nur Unsinn – es ist eine bewusste Provokation», sagte Putin bei einem Treffen mit Vertretern großer internationaler Nachrichtenagenturen, darunter die Deutsche Presse-Agentur. Es werde gezielt eine Bedrohungslage heraufbeschworen, «die in Wirklichkeit gar nicht existiert», sagte der Präsident.
Ziel sei es, «die Bevölkerung der eigenen Länder dazu zu zwingen, mehr Geld für die Verteidigung auszugeben», sagte Putin. Er sei verwundert, dass ein Teil der Bevölkerung in den europäischen Ländern diesen Erzählungen glaube. «Es wäre lächerlich, wenn es nicht so traurig wäre», sagte er. «Jeder, der denkt, dass Russland das Territorium der Nato überfallen könnte, sollte sich die Frage stellen: Wozu?», sagte Putin. Das westliche Bündnis gilt Russland militärisch überlegen.
Den Beteuerungen Putins, er plane keine Attacken gegen Nato-Gebiet, werden immer wieder angezweifelt im Westen. Der Kremlchef hatte auch vor Beginn der russischen Invasion in der Ukraine erklären lassen, dass Moskau keinen Krieg plane. Der Angriff begann am 24. Februar 2022.


