Putin signalisiert Gesprächsbereitschaft gegenüber Kanzler Merz: Dialog trotz tiefen Differenzen
Russlands Präsident Wladimir Putin hat sich bereit erklärt, Gespräche mit dem deutschen Kanzler Friedrich Merz (CDU) zu führen. In einem Interview mit der Deutschen Presse-Agentur in St. Petersburg betonte Putin, dass Russland offen sei, sollte Merz den Kontakt suchen. Allerdings machte der Präsident deutlich, dass er Deutschland aufgrund seiner Unterstützung für die Ukraine und der Waffenlieferungen an das Land nicht als neutralen Vermittler im Konflikt ansieht.
Bei einem Treffen mit Vertretern internationaler Nachrichtenagenturen äußerte sich Putin erstmals öffentlich zu Kanzler Merz, der seit seiner Wahl im Mai 2023 keinen direkten Kontakt mit dem Kremlchef hatte. Merz hatte wiederholt zu einer Waffenruhe in der Ukraine aufgerufen, jedoch bislang ohne Erfolg. Die Beziehungen zwischen Deutschland und Russland sind angespannt, insbesondere weil Moskau Berlin als feindlich gesinnt betrachtet.
Der Präsident der russischen Duma, Wjatscheslaw Wolodin, warnte kürzlich vor einer weiteren Verschlechterung der Beziehungen und bezog sich auf Äußerungen von Kanzler Merz und die gelieferte militärische Unterstützung für die Ukraine. Wolodin warf Deutschland vor, sich immer stärker in den Konflikt gegen Russland zu involvieren.
Im Kontext des St. Petersburger Internationalen Wirtschaftsforums machte Putin überdies klar, dass Deutschland in Konfliktfragen nicht als neutral wahrgenommen wird. Das Forum, das als Plattform für die Präsentation Russlands auf internationaler Bühne dient, zog in diesem Jahr rund 20.000 Teilnehmer aus 140 Ländern an. Trotz der bestehenden internationalen Spannungen fand das Event zahlreiche internationale Besucher, die das Wirtschaftsforum als Gelegenheit für Dialog und Geschäftsabschlüsse nutzen.

