Psychische Erkrankungen und Verhaltensstörungen führen zu mehr Arbeitsunfähigkeitstagen
Die Zahl der Arbeitsunfähigkeitstage aufgrund psychischer Erkrankungen und Verhaltensstörungen ist im letzten Jahr auf einen neuen Höchststand gestiegen. Laut einer Antwort des Bundesarbeitsministeriums auf eine Kleine Anfrage der Linken im Bundestag erhöhte sich die Zahl auf 130 Millionen Tage, was einem Anstieg von vier Millionen im Vergleich zum Vorjahr entspricht. Die volkswirtschaftlichen Kosten für diese Erkrankungen betrugen demnach 17,2 Milliarden Euro. Sowohl die Anzahl der Arbeitsunfähigkeitstage als auch die Kosten haben somit einen Höchststand erreicht. Über diese Entwicklung berichtete die 'Rheinische Post'.
Bei genauerer Betrachtung zeigt sich, dass Frauen mit 77 Millionen Tagen mehr betroffen waren als im Vorjahr (75 Millionen Tage). Bei Männern stieg die Zahl von 51 auf 53 Millionen Tage an, wie aus der Regierungsantwort hervorgeht.
Das Bundesarbeitsministerium nannte verschiedene Ursachen für diese Entwicklung. Neben gesellschaftlichen Faktoren wie den Auswirkungen aktueller Krisen wird auch eine zunehmende Offenheit im Umgang mit psychischen Erkrankungen als Grund vermutet. Zudem ist die Arbeitswelt aufgrund von Digitalisierung, Dekarbonisierung, demografischem Wandel und Fachkräftemangel einem starken Veränderungsprozess ausgesetzt.
Besonders betroffen von psychischen Erkrankungen sind laut der Linken-Politikerin Susanne Ferschl Beschäftigte in Bereichen wie Kranken- und Altenpflege, Kitas und Schulen. Ferschl fordert die Bundesregierung auf, finanzielle Ressourcen bereitzustellen und konkrete Maßnahmen zu ergreifen, um den Teufelskreis aus Überlastung und Personalmangel zu durchbrechen.
Die Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin berichtete zudem, dass es insgesamt 888,9 Millionen Arbeitsunfähigkeitstage im Jahr 2022 gab. Die volkswirtschaftlichen Produktionsausfälle aufgrund von Arbeitsunfähigkeit beliefen sich auf 118 Milliarden Euro. (eulerpool-AFX)

